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Dienstag, 1. Mai 2012

Stumphouse Tunnel & Station Cove Falls

Jetzt, wo das Wochenende schon wieder vorbei ist und nur noch 3 übrig sind bis wir dieses Land wieder für immer verlassen (oder zumindest im Moment) wird unser Reiseplan ein wenig eng. Es gibt immer noch so viele Orte die ich sehen möchte, so viele Fotos die geschossen werden müssen - aber wir haben so wenig Zeit. Wir haben also unseren letzten, verzweifelten Versuch gestartet so viele rote Pins wie möglich auf meine Greenville Google Map zu setzen und haben dabei meiner Meinung nach ziemlich gute Arbeit geleistet. Denn jetzt können wir zwei neue Pins setzen - einen für den Stumphouse Tunnel und die Issaquena Falls und einen für den Oconee Station State Park mit den fantastischen Station Cove Falls. Ein scheinbar Wasserfall-reiches Abenteuer...

Ein Zitat aus einem netten Prospekt über die Wasserfälle im Upcountry:

“Maybe it’s the effort it takes to see them that adds to the mystique – like you’ve come upon a treasure that’s yours alone. Whatever the reason, South Carolina’s Upcountry offers some of the most beautiful waterfalls in the southeast.”
"Vielleicht ist es die Mühe die man aufwenden muss um sie zu sehen - wie wenn man auf einen Schatz stößt der einem ganz allein gehört. Was auch immer der Grund ist, das Upcountry in South Carolina bietet einige der schönsten Wasserfälle im ganzen Südosten."

Es handelt sich hier nicht um die Niagara Fälle, Gott bewahre, aber es sind immer noch faszinierende Wunder der Natur und mit mehr als 120 Wasserfällen mit einer Spanne von 13 - 214 Metern sind sie auch nicht gerade selten.

ISSAQUEENA FALLS

Nach einem 5-minütigem Spaziergang vom Parkplatz gleich neben dem Stumphouse Tunnel gelangt man zum Sockel des 61 Meter hohen Wasserfalls, von wo aus man eine großartige Aussicht über die Schlucht genießen kann Der Name Issaqueena beruht auf einer Legende, nach der sich ein Indianer Mädchen auf einem Felsvorsprung hinter den Fällen versteckte um ihren englischen Liebhaber vor einer Cherokee Attacke zu warnen. Leider kann man, wenn man den richtigen Wegen folgt, nicht an den  Fuß des Wasserfalls gelangen, die Aussichtsplattform von oben ist allerdings sehr einfach zu erreichen. Alle die eher auf hautnahe Action stehen sollten lieber folgenden Ort besuchen:



STATION COVE FALLS

Der abgestufte, 18 Meter hohe Wasserfall, dessen Ursprung weiter oben am Station Mountain liegt, ist nach dem historischen Fort (welches wir leider nicht besucht haben) die Hauptattraktion des Oconee Station State Park und kann nach einem hübschen, 30-minütigem Spaziergang durch einen prächtigen Schluchtenwald erreicht werden. Zur Zeit unseres Besuchs war es schrecklich schwül und heiß, aber ich kann den Tripp dennoch nur empfehlen. Einem Botaniker werden vor lauter Wildblumen die Augen aus dem Kopf fallen: Wilde Orchideen, kanadisches Blutkraut und der ebenfalls kanadische Judasbaum finden hier ihr zu Hause.


Aber es gibt noch mehr:

STUMPHOUSE TUNNEL

Der in den 1850er Jahren geplante Tunnel war ein Eisenbahn-Projekt das die Städte Charleston in South Carolina und Cincinnati in Ohio direkt miteinander verbinden sollte. Während des Bürgerkriegs wurde die Arbeit an dem Bauvorhaben allerdings leider aufgrund fehlender Geldmittel eingestellt. Von den ursprünglich geplanten 1,8 Kilometern wurden am Ende nur in etwa 500 Meter fertig gestellt - und diese kann man noch heute besichtigen. Und das möchte ich vorallem während heißer Sommertage wie dieser empfehlen, denn die Temperatur innerhalb des Tunnels beträgt ganzjährig konstante 13 Grad. Oh, nicht die Taschenlampe vergessen und bereitet euch auf ein mögliches Meet and Greet mit Fledermäusen vor. :D

Wo wir schon davon reden möchte ich euch auf ein großes Problem hinweisen, das die einheimischen Fledermäuse seit einigen Jahren bedroht: White Nose Syndrom - eine tötliche Krankheit die nach einem weißen Pilz benannt wurde, der die Schnauzen und Flügel der Nordamerikanischen Fledermäuse befällt. Seit dem ersten bekannten Auftreten im Jahr 2006 haben sich die Sporen rapide verbreitet und da bis jetzt kein Heilmittel gefunden wurde, sind einige Fledermausarten  bereits vom Aussterben bedroht. Daher bitte nach einem Besuch in einer Nordamerikanischen Höhle immer gleich die Klamotten waschen da man ansonsten man zur Verbreitung des Pilzes beitragen könnte. Und betet dafür, dass unsere Europäischen Spezies verschont bleiben.

hugs and kisses
Patricia

Mittwoch, 11. April 2012

Lake Jocassee und Oconee County


LAND NEBEN DEM WASSER ... 

Am Strand des Lake Jocassee
Das Oconee County im Nordwesten des Upstates wird in der Sprache der Cherokee nicht ohne Grund „Land beside the Water“ genannt. Das kristallklare Nass der Seen Jocassee, Keowee und Hartwell ist eines der besten im ganzen Südosten der Vereinigten Staaten und die Fjord ähnlichen Umrisse schmiegen sich wie Tautropfen an die Ausläufer der Blue Ridge Mountains. Aus diesem Grund ist die Gegend vor allem bei Familien und Sportlern beliebt; Wander- und Radwege, Wildwasserrafting, Kanu fahren und Hochseil-Klettergärten locken die Outdoor begeisterten Amerikaner. Fischer und Camper verbringen ihre Freizeit in den Nationalparks; etwas was ich vor unserer Abreise noch unbedingt machen möchte. (Campen, nicht Fischen) Für uns war der Ausflug letzte Woche einfach dazu gedacht, meinen Eltern die wunderschöne Gegend zu zeigen, ein bisschen baden zu gehen und zu beweisen, dass man kein Meer braucht, um sich wie in Kroatien zu fühlen, denn genau so sehen die  Ufer des Lake Jocassee meiner Meinung nach aus.
WO SICH DIE FLÜSSE TRENNEN ...

Nun etwas mehr zum See selbst. Der Name Jocassee klingt nicht nur wieder indianisch, er ist es auch. Übersetzt heißt es in etwa so viel wie „Place of the lost one“; wer dort verloren gegangen ist bleibt aber ein Geheimnis. Es handelt sich hier um den nördlichsten der drei Seen, der an seinem oberen Ende an eine Hügelkette stößt, die die Wasserscheide zwischen den Carolina Mountains und Piedmont darstellt. (Ob euch das interessiert ist mir egal, ich habs im Reiseführer gelesen und aufwendig übersetzt, oder wusste jemand von euch was Wasserscheide auf Englisch heißt?)

NATUR PUR ...

sehr mediterran irgendwie...
Die Gegend um den See ist das zu Hause von Hirschen, einigen wenigen Schwarzbären und Luchsen, Truthähnen und den, in der lokalen Küche sehr beliebten, Regenbogen Forellen. Die Wälder hier sind also sehr viel wilder als bei uns zu Hause. So viel zur Fauna, jetzt zur Flora. Da ich mich mit Pflanzen nicht besonders gut auskenne, werde ich jetzt nur jene aufzählen, deren Namen mir auch was sagen: Wilde Orchideen und Lilien, Rhododendron und Lorbeer… Alles Gewächse die der österreichische Gärtner erst mal anpflanzen muss um sie zu sehen. Außerdem findet man hier auch die seltene Oconee Bell, eine kleine, weiße Blume die nur in dieser Gegend wächst.

DIE GABEL DES TEUFELS ...

Den einzigen öffentlichen Zugang zum See bietet der Devils Fork State Park. Gleich vom Parkplatz aus muss man nur noch ein paar Treppen zum Ufer hinuntersteigen und sich in das kühle Nass stürzen. Der Strand ist leicht felsig aber flach abfallend und der weiche Sand tut den Füßen gut. (Attersee, da kannst du dir ein Stück abschneiden) Da nur die kältegeprüften Österreicher den Sprung ins Wasser gewagt haben, vermute ich mal, dass der See im Sommer weit über die in etwa 20 Grad bekommt, die wir genießen durften. Da unsere Waden sich zu dem Zeitpunkt noch nicht von der Bezwingung des Table Rock Mountain erholt hatten, muss ich später wieder kommen um die beiden Wanderwege und die Wasserfälle zu erkunden. Vielleicht stelle ich dann ein kleines Zelt im Wald auf, miete ein Boot oder probiere mich im Tauchen.
(Letzteres ist eher unwahrscheinlich)

hugs and kisses
Patricia

Montag, 9. April 2012

Table Rock Mountain

Nationalparks in den USA sind anders. Gut, eigentlich dürfte ich darüber nicht besonders viel wissen, denn wann gehe ich in Österreich schon wandern, geschweigere denn Bergsteigen, aber mir kommt das ganze hier etwas organisierter und vor allem frequentierter vor. Am Eingang jedes Nationalparks, und davon gibt es hier so viele wie Sand am Meer, steht ein kleines Pförtnerhäuschen. Zwei Dollar Eintritt pro Person sind kein Vermögen, und für die Erhaltung der Wege zahlt man ja meistens gerne etwas, denn keiner will vor einem zugewachsenen Trampelpfad stehen und sich wünschen er hätte eine Manchete dabei. Das interessante ist, dass diese Pförtnerhäuschen nicht immer besetzt sind. Stattdessen findet man einen hölzernen Postkasten mit kleinen Kuverts in die man das Geld stecken kann. Amerika hält mehr von der Vertrauensbasis als wir Europäer, und offensichtlich funktioniert es auch.

Einer der bekanntesten Berge die es hier zu besteigen gibt, ist der Table Rock Mountain, nördlich von Greenville, der eine wunderschöne Aussicht über die Appalachen bietet und von wo aus man außerdem auf den 122 Kilometer langen „Foothills Trail“ gelangen kann, der sich entlang der Berge durch South und North Carolina windet. Allerdings ist das nicht alles, was man im Table Rock Mountain State Park finden kann, denn anders wie bei uns in Österreich, ist Campen in der (Beinahe) Wildnis erlaubt und beliebt. Jeder Nationalpark bietet daher Zeltplätze, Waschhäuser in der Nähe des Eingangs und zu mietende Hütten und kleine Badeseen sind auch keine Seltenheit. Fischen, ein allgemein beliebter Freizeit "Sport" der Amerikaner, der hier vorallem wegen der Forellen betrieben wird, ist genau so möglich wie das Mieten von Tretbooten oder Kajaks. Fazit? Die eine Hälfte der Amerikaner sind Couchpotatoes, die andere Outdoor Enthusiasten. Wer keine Wanderschuhe besitzt ist Ausländer. Jetzt weiß auch ich, dass man mit s'Oliver Sneakers keinen Berg besteigen soll.

Auf der Internetseite http://www.southcarolinaparks.com findet man so ziemlich alles was man über die Parks wissen möchte, inklusive Trail Maps und Bilder. Trail Maps sind auch wichtig, denn jeder Nationalpark beherbergt mehrere verschieden schwierige, mal kurze mal lange Wanderwege die auch ein bisschen efffektiver gekennzeichnet sind, wie zu Hause. Wir, in einem Anfall von Überschätzung, haben uns gleich für den 7,5 Meilen langen Table Rock Mountain Trail entschieden, denn wenn wir schon mal hier sind, besteigen wir auch diesen  Berg. Wir sind Österreicher, das liegt uns im Blut. Denkste! Gut, wir habens am Ende geschafft, aber mit mehr Anstrengung und Kalorienverbrauch als die Ägyptischen Bauern damals während des Pyramidenbaus. Zwar gab es einige Zwischenstationen wie den Govenors Head aber im großen und ganzen bin ich davon überzeugt, dass dies zwar der erste amerikanische Berg war den ich bestiegen habe, aber auch der letzte.
Aber warum eigentlich Table Rock? Tisch Felsen? Eine alte Indianer Legende besagt, dass der große Geist, der Spirit, sich diesen flachen, kahlen Felsen als seinen Esstisch ausgesucht hat. Ein kleinerer, etwas weiter unter gelegener Felsen diente ihm dabei als Stuhl. Gesehen habe ich den Spirit zwar nicht, aber die große, etwas schräg hängende Steinplatte am Plateau wirkt wirklich irgendwie wie eine gigantische Tafel.

hugs and kisses
Patricia

Montag, 19. März 2012

Rock City in Georgia

Unser zweiter Auflug letzten Freitag führte uns zwar in einen anderen Staat, nämlich nach Georgia, aber nur ca 5 Minuten Richtung Süden, von den in Tennessee gelegenen Ruby Falls Höhlen. Hier noch einmal eine kleine Übersicht, bevor ich beginne, die englischen Texte des Prospektes in eine halbwegs verständliche und unterhaltsame Geschichte auf Deutsch zu übersetzen.

Wenn man so durch die Vororte von Chattanooga fährt, vorbei an Villen mit der Amerikanischen Flagge am Dachfirst und gigantischen Autos, die bei uns zu Hause am Interspar Parkplatz die größten Probleme haben würden, erwartet man nicht, in einer verzauberten Welt zu landen, wie man sie gleich um die Ecke in Rock City finden kann.

Rock City

Ich möchte auch gleich damit beginnen den Reiseführer zu zitieren, denn die teilweise kitschigen Worte treffen wirklich zu. Ich hoffe nur es klingt auf Deutsch genau so gut.

"Wilkommen in einem geologischen und botanischen Wunder! Ein Ort unübertroffener Naturschönheiten wo Beschaulichkeit und Abenteuer in Harmonie miteinander existieren."

Wer noch weitere Informationen haben möchte besucht am besten:


Das mag jetzt katastrophal übertrieben wirken, ist es aber nicht. Was gibt es in der steinernen Stadt also alles zu sehen? Wie wärs zum Beispiel mit zahlreichen Aussichtsplattformen wie den "Seven States Flag Court" von dem aus man, 500 Meter über dem Meeresspiegel, ganze sieben US Staaten sehen kann? (Diese wären Tenneessee, Virginia, Kentucky, North Carolina, South Carolina, Georgia und Alabama) Oder die botanischen Gärten entlang des "Enchanted Trail" - zu Seutsch "verzauberter Weg" der in zahlreichen Tunneln und Engpässen zwischen den uralten Steinformationen, die teilweise wie Pilze oder Schildkröten geformt sind, hindurchführt? Alles schon gesehen? Glaube nicht! Zusätzlich gibt es noch ein Hirsch Gehege, eine Hängebrücke, eine Greifvogelschau und so ziemlich an jeder Ecke ein Motiv, das es wert ist fotografiert zu werden.

Man sollte für einen Besuch, je nach dem wie interessiert man an Pflanzen ist, in etwa
1-2 Stunden einplanen, genug Sonnencreme einpacken und sich der Tatsache bewusst sein, dass übergewichtige Menschen bei so manchen Wegen durch die Felsen ihre Probleme bekommen könnten. Aus diesem Grund heißt die engste Passage auch "Fat Man's Squeeze". Ich frage mich wie viele Leute mit typisch amerikanischem Körperbau dort schon stecken geblieben sind.

hugs and kisses

Patricia

Ruby Falls in Tennessee

Nachdem Philipp, wichtig wie er ist, letzten Donnerstag auf eine Besprechung nach Cleveland (nein, nicht das große Cleveland/Ohio, sondern eine Kleinstadt von nicht einmal 40.000 Einwohnern in Tennessee) musste, und das eine 4 stündige Autofahrt durch 4 Staaten (mehr oder weniger) bedeutete, wollte er diese Reise nicht alleine auf sich nehmen. Nachdem wir die langweilige Autobahn durch eine wunderhübsche Route quer durch die Blue Ridge Mountains, vorbei an Stauseen und hohen Felswänden ersetzt hatten gings also los in Richtung Westen und während Phil irgendetwas besprach, war ich dabei die schönsten und berühmtesten Sehenswürdigkeiten in der Gegend aufzulisten. Die Wahl war recht einfach und fiel auf Ruby Falls und Rock City (darüber später). 

Ruby Falls

Das unterirdische Höhlensystem von Ruby Falls, nahe Chattanooga (das gerade noch in Tennessee liegt) wurde vor 80 Jahren von einem Mann namens Leo Lambert entdeckt, der den Wasserfall am Ende der Tropfsteinhöhle auch gleich nach seiner Frau Ruby benannte - mit Rubinen hat das Ganze also rein gar nichts zu tun. Doch auch wenn man bei einem Besuch kein Gold und keine Edelsteine findet, zahlt es sich aus die 80 Meter mit dem Aufzug in die Tiefe zu fahren und den Gängen immer weiter zu folgen, bis man schließlich beinahe 350 Meter unter dem Plateau des Lookout Mountain in jene Höhle gelangt, in der man den höchsten, für die Öffentlichkeit zugänglichen, unterirdischen Wasserfall bestaunen kann.


Da es sich um eine Tropfsteinhöhle handelt, und Menschen dazu tendieren alles anzutatschen, ist das natürlich nur in einer geführten Tour möglich, doch soweit ich es beurteilen kann, sind die sehr unterhaltsam und die Gruppen nicht all zu groß. Vorbei an verschiedenen Stalatmiten und Stalagtiten, die anhand ihrer Form die eigenartigsten Namen tragen, und den Läufen des unterirdischen Flusses geht es, bei konstanten 15-20 Grad, in etwa einen Kilometer tief ins Gestein, wo schließlich eine wunderbar, in allen Farben des Regenbogens, beleuchtete Höhle den Schatz von Ruby Falls offenbart. Wem hier der Mund nicht offen stehen bleibt, der ist entweder blind (und dann tut es mir sehr leid) oder hat absolut keinen Sinn für das Schöne (in diesem Fall - geh und lass dir einen Vokuhila schneiden, denn es wird dich nicht stören). Also alles in allem ein toller Ausflug für den man in etwa 1 1/2 Stunden einplanen muss, falls man kein Interesse an dem, im Shop angebotenen Steinschmuck und Dokorationsgegenständen hat. Aber nun, hier ist er - der Wasserfall von Ruby Falls!


Weitere Infos gibts hier:



hugs and kisses
Patricia


Montag, 5. März 2012

Chimney Rock State Park

Wieder einmal ist eine Woche vergangen. Während auf BBC Amerika in scheinbarer Dauerschleife (wie jeden Montag) Top Gear läuft habe ich beschlossen, dass die alten Folgen von 2003, auch wenn 66% der Moderatoren  damals noch unter 40 waren,  bei weitem  nicht so lustig sind wie die aus den letzten Jahren. Aus diesem Grund möchte ich euch stattdessen von unserem Wochenendausflug erzählen… und von meiner Erkältung. Ja, es war wirklich a… kalt am Sonntag, sonnig zwar, aber wirklich kalt. Nach ein-zwei Tagen voll Tornado- und Sturmwarnungen hat es wieder ordentlich abgekühlt und wir konnten uns glücklich schätzen, wenn das unverständliche Fahrenheit Thermometer im Auto die imaginäre „wir haben ca.10 Grad Celsius“-Marke erreichte. Tat sie … manchmal…

Um mich auf den Besuch meiner Famile Anfang April vorzubereiten und ein paar der berühmtesten Sehenswürdigkeiten ein wenig zu kennen, beschloss ich, mich dieses Mal selbst hinters Steuer zu setzen und cruiste, unter, für Europäer unverständlichen, Geschwindigkeitsbegrenzungen immer weiter Richtung Norden bis wir die Grenze zu North Carolina erreichten. Nach ein paar Meilen entlang einer kurvenreichen Straße durch wunderschöne Berglandschaft erreichten wir dann unser Ziel:

Chimney Rock State Park

Da im Moment noch die Winteröffnungszeiten gelten und einige der Einrichtungen, wie zum Beispiel der Aufzug und die Stiege zum Chimney Rock selbst, auf Grund umfassender Renovierungen gesperrt sind, hoffe ich wirklich im April wieder zu kommen, da ich glaube, dass es sich hier um eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in der Gegend handelt. Auch die Bäume tragen, wenn überhaupt, erst vereinzelt Blätter und machten den 4 Seasons Trail eher unnötig. Da der Wind ohnehin wie deppert um unsere Ohren blies, beschlossen wir, nur dem Hickory Falls Trail bis zu den Wasserfällen zu folgen und zu hoffen, dass all die anderen Einrichtungen bald wieder offen sind. (Laut Homepage wird es  bis Mitte April dauern … wären wir in Österreich würde das also heißen – bis Ende Juli)

Was würde dieser Ort also bieten, wenn die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind?

  • Skyline Trail (leider im Moment gesperrt)
    Man kann den Chimney Rock, den 100 Meter hohen Monolithen, dem der Park seinen Namen verdankt, wie schon erwähnt, entweder auf die herkömmliche Art und Weise über Treppen besteigen, oder aber, man ist ein dicker, fauler Amerikaner und bevorzugt den Aufzug, der allem Anschein nach noch eine Weile länger gesperrt sein wird. Der steile Aufstieg ist es aber wert, denn von der Aussichtsplattform bietet sich einem ein wunderbarer Ausblick über den Lake Lure und nach einem zwanzig minütigem Wanderweg erreicht man auch den atemberaubenden Devil’s Head (ein, auf einem Vorsprung balancierender Felsen), die Opera Box (eine Aussichtsplattform die wie eine Loge in einer Nische im Felsen liegt) und den höchsten Punkt des Parks auf 756 Meter.



  • Hickory Nut Falls Trail
    Wie der Name schon verrät, handelt es sich hier um einen Wanderweg entlang steiler Felswände, durch einem Laubwald bis zum 125 Meter hohen Wasserfall. Da dieser in einer sehr schattigen Schlucht liegt, die fast nie dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt ist, kann man dort Pflanzen finden, die in North Carolina eigentlich gar nicht heimisch sind. Außerdem handelt es sich bei den steilen Klippen um die Kulisse des 1992 Kultfilms „Der letzte Mohikaner“.


  • Four Seasons TrailDer halbwegs steile Wanderweg führt vom unteren bis zum oberen Parkplatz. Da es sich hier nicht um einen Rundweg handelt, sollte man sich vorher überlegen in welche Richtung man wieder zurückgehen möchte. Entlang dieses Weges findet man einige seltene Wildblumen und mit etwas Glück kann man sogar Rehen oder wilden Truthähnen begegnen.

und hier zum Abschluss noch eine (zugegebenermaßen nicht besonders gute) Karte des Nationalparks 


hugs and kisses

Patricia

Montag, 27. Februar 2012

Riverbanks Zoo & Garden in Columbia

Wieder einmal ist ein Wochenede vergangen. Es ist schrecklich die Zeit so schnell vergehen zu sehen … obwohl sehen kann ich sie eigentlich nicht, maximal anhand der Anzahl an Falten auf meiner Stirn oder an Phil’s sich langsam vermehrenden grauen Haaren (Ja ich glaube es sind mittlerweile ca. 6). Trotzdem finde ich die Tatsache, dass wir nun beinahe die Halbzeit unseres Aufenthaltes erreicht haben zu gleichen Teilen beunruhigend und erfreulich. Da der Frühling bald kommt, bzw eigentlich nur noch seine Schuhe ausziehen muss, werde ich euch in Zukunft öfter mit Reiseberichten wie diesem hier beglücken oder nerven. Wo waren wir also?

Nachdem uns Phils Arbeitskollege Tony versichert hat , dass man sich den kleinen, lokalen Greenville Zoo sonst wo hin schieben kann und wir beide aber große Tierfreunde sind, mussten wir uns erkundigen, wo sich in der Nähe die Gelegenheit bietet, Fotos unserer nächsten Verwandten, schuppigen Urzeittieren und lustigen „Gott muss betrunken gewesen sein“ Kreaturen zu schießen. Gesagt getan und das Ergebnis war folgendermaßen:


Der Riverbanks Zoo in Columbia

Columbia … schon mal gehört? Kein Wunder. Die (für amerikanische Verhältnisse eigentlich kleine) 130 000 Einwohner Stadt liegt ca. 1 ½ Stunden südöstlich von Greenville und ist die Hauptstadt des Bundesstaates South Carolina.

Mein neuer bester Freund
Der Zoo selbst ist von der Größe her nicht ganz mit München zu vergleichen (gefühlsmäßig), beinhaltet aber außerdem einen botanischen Garten und bietet den meisten, wichtigen Tieren ein neues zu Hause, und mir die Gelegenheit einem niedlichen Koala direkt gegenüber zu stehen – eine Premiere für mich, und auch für den Koala aber den hat‘s wohl nicht interessiert, da diese Tiere schätzungsweise 20 Stunden am Tag schlafen (kein Scherz). Ansonsten ist darüber nicht viel zu sagen, ein Zoo ist ein Zoo, dennoch gab es einige Unterschiede zu den Tierparks bei uns zu Hause die aber mehr mit der amerikanischen Lebensart zu tun haben als mit Zoos imn Allgemeinen. Später aber noch mehr sinnvolle Details über Riverbanks... versprochen.

Wer's nicht erwarten kann - hier die Homepage: Riverbanks Zoo and Garden

Fütterungszeit bei den Elefanten
  • Zum einen ist man hier viel mehr auf Unterhaltung aus. zwar wird auch an der Weiterbildung der amerikanischen Bevölkerung gearbeitet, aber in welchem europäuschen Zoo findet man eine Kletterwand, einen künstlichen Hochseilpark und ein altes Jahrmarktkarussell?
  • Zum anderen ist natürlich das Publikum durchschnittlich doppelt so breit und wer seine Pfund nicht mehr schleppen will und kann bedient sich einfach eines Rollstuhls. (no offence den Menschen gegenüber die wirklich so ein Ding brauchen, aber mir kam die Anzahl einfach viel zu hoch vor)
  • Ansonsten sind Amerikaner natürlich wieder mal sehr viel netter und zuvorkommender und es kommt nie vor, dass man minutenlang vor einem Gehege steht und keine Chance hat ein gutes Foto zu schießen weil sich dauernd jemand vordrängt.
  • Apropos Fotos… Mit den Kameras, speziell so großen, nicht besonders handlichen Dingen wie meiner Canon Spiegelreflex habens die Amis eher nicht so – die bedienen sich lieber ihrem guten alten Freund dem I Phone. Ob sich die Bilder dann für eine schöne Diashow eignen ist dann natürlich ein anderes Thema.
Jetzt aber mal etwas, was ihr wirklich wissen wollt...

Hornvögel
Grundsätzlich ist der Riverbanks Zoo zwar tatsächlich größer als Hellabrunn, das liegt aber an dem integrierten Botanischen Garten, der, mal abgesehen von den hübschen Frühlingsblumen im Magnolienpark noch nicht wirklich ansehnlich war. 69 Hektar ist das Gelände groß und man kann getrost einen halben Tag darin verbringen ohne sich zu langweilen. Wenn man alle Schilder, die meist für Kinder ausgelegt sind, liest, sogar noch länger. Um den Botanischen Garten zu erreichen muss man aber den Saluda River überqueren, man läuft also nicht Gefahr, sich unabsichtlich dorthin zu verirren.
Gegründet wurde der Zoo in den 70er Jahren – ja richtig gehört, des letzten Jahrhundert, nicht im 19ten…  hier ist halt alles etwas neuer und er hat seither einige Preise einstecken können. In den, im Internet zu findenden, Listen der besten Zoos des Landes wird er allerdings nicht aufgeführt.
Was gibt es also, abgesehen von den üblichen Verdächtigen alla  „Bären und Löwen hinter Gräben“ oder „kleinere Tiere hinter Maschendrahtzaun“ zu sehen? Einiges. Da wären zum Beispiel zwei begehbare Gehege, eines mit den flotten, springenden Kollegen aus Australien (keine Angst, es waren relativ kleine und noch dazu sehr schläfrige Kängurus)  und ein Voliere mit bunten Papageien, die man gegen einen Aufpreis mit Nektar füttern konnte. Außerdem gibt es natürlich einen Streichelzoo, auch wenn die Ziegen hier nicht in direkten Kontakt mit den Menschen kommen, was auch gut ist, da sie die durchschnittliche Größe eines kleinen Pferdes haben; ein Aquarium und ein Terrarium … 

hugs and kisses

Patricia

Montag, 20. Februar 2012

South Carolina Botanical Garden

Aufgrund des großartigen Frühlingswetters letzten Freitag, beschloss Phil seinen Arbeitstag um ein paar Stunden zu verkürzen und den Weg Richtung Süd-Westen einzuschlagen. Ziel: Clemson University – genauer gesagt der South Carolina Botanical Garden, in dem wir, optimistisch wie wir sind, die schönste Frühlingsblumenpracht erwarteten, die ein Amerikanischer Südstaat Ende Februar zu bieten hat. Falsch erwartet, aber dennoch keine Zeitverschwendung, denn die ersten Frühblüher verbreiteten schon die kunterbunte Faschingsstimmung die ich hier so vermisse und grundsätzlich ist die Idee bei Sonnenschein in einem Wald ohne Blätter (sprich – kein Schatten) spazieren zu gehen nicht die Schlechteste.



Was also sagt unser Reiseführer dazu?

Der 120 Hektar (nach Umrechnung aus dem, keinen Sinn ergebenden, alten angloamerikanischen Irgendwas… ich will es nicht mal System nennen … von Acres in Hektar) große, öffentliche Park ist der offizielle Botanische Garten des Staates und verlangt aus Großzügigkeit genau gar keinen Eintritt. Okey, den Rest finde ich ein bisschen überflüssig … lasst mich das in meine eigenen Worte übersetzen, weil übersetzen muss ichs ja sowieso.
Abgesehen von schönen Wegen entlang kleiner Wasserläufe und erstaunlich geschäftiger Eichhörnchen gibt es am Gelände es Botanischen Gartens auch ein Geologisches Museum. Ihr wisst schon, Edelsteine die im Dunkeln leuchten und so Zeugs. Da das Wetter für eine Indoor Beschäftigung aber viel zu wundervoll war, ließen wir das mal außen vor. Stattdessen umrundeten wir den Ententeich, der außerdem auch das zu Hause einiger Schildkröten ist; durchquerten den Camelia Trail, der zu unserer Überraschung schon am Verblühen war (was sind Camelien anyway?) und beschlossen aus mehreren Gründen in einem Monat wieder zu kommen, die da wären: Der Schmetterlingsweg (wo keine Blumen da keine Schmetterlinge…), der Baumlehrpfad (wo keine Blätter da keine signifikanten, für Laien erkennbare Unterschiede…) und einfach weils schön war.

Nach einer kleinen Rast am Visitors Center, einem hübsch betonierten (ja sowas gibts) Platz mit Memorial, einer alten Lokomotive und beschaulichen, gemauerten  Nischen mit Hollywoodschaukeln aus Holz, wollten wir uns noch einen weiteren Punkt unseres Reiseführers ansehen – die Ram Cat Alley in Seneca – eine kleine „Altstadt“ Straße im Zentrum der Stadt, die besonders für ihre netten Antiquitätenläden, Botiquen und Kunstgeschäfte berühmt ist. War. Jedes zweite Geschäft war geschlossen oder gleich ganz leer und irgendwie wirkte die ganze Stadt sehr traurig und post-apokalyptisch – oder post-finanzkrisisch.... Wie übrigens so ziemlich jeder Ort abgesehen von Greenville, den wir bisher durchfahren durften.

hugs and kisses
Patricia