Posts mit dem Label Sehenswürdigkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sehenswürdigkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 10. Mai 2012

Helen - ein Alpendorf in Georgia


Ein Bayrischer Biergarten

Helen, eine kleine Stadt in Georgia am Chattahoochee River am Fuße der Blue Ridge Mountains, in etwa eine Stunde nördlich von Atlanta, ist eine Nachstellung eines Alpendorfs, komplett mit Pflasterstein-Gassen und kleinen Türmchen auf den mehrstöckigen Gebäuden. Selbst ich, due fünf Jahre ihres Lebens in Hallstatt - dem Archetyp des Alpendorfs, verbracht hat, finde, dass die Kopie den Amerikanern recht gut gelungen ist, auch wenn der Baustil eindeutig mehr vom  Bayrischen  und Fränkischen Kulturkreis beeinflusst wurde, als vom Österreichischen. Das Einzige was meiner Meinung nach, komplett verkehrt war, war das Wetter. Über 33 Grad Celsius und eine enorme Luftfeuchtigkeit von, weiß Poseidon was, haben unseren Aufenthalt eindeutig negativ beeinflusst, und uns nach nur 3 Stunden Aufenthalt wieder in die Kühle des klimatisierten Autos getrieben. Schade.




Bleibt nur noch die Frage, wieso das Ganze? Ich kann mir gut vorstellen warum sich die Designer eines Erlebnisparks für diesen bestimmten Look entscheiden, wenn es um die Umgebung einer Alpen-Achterbahn geht; aber hier, in Mitten alter Cherokee Gräberfelder und ehemaliger Gold Minen aus dem frühen 20ten Jahrhundert? Es kommt einem unlogisch, ja fast ein bisschen verrückt vor, und Touristen aus den nachgeahmten Ländern könnten sich von der einen oder anderen Ungereimtheit in der Authentizität sogar leicht angegriffen fühlen.

Ein paar übersetzte Worte aus dem Prospekt:

“Dieses Jahr feiert Helen sein 42 jähriges Bestehen als Berg Gemeinde mit Bayrischem Touch. Die Verwandlung  begann im Jahr 1968, als eine Gruppe örtlicher Geschäftsmänner einen Weg suchte um die kleine Stadt neu zu beleben. Sie kontaktierten einen befreundeten, während des Krieges in Deutschland stationierten, Künstler der gleich begann die Gebäude mit zusätzlichen Verzierungen im Stil eines Lebkuchenhauses zu skizzieren. Die ganze Stadt hatte, zumindest auf dem Papier, ihr neues Alpines Gesicht bekommen. Nur ein Jahr später begannen die ansässigen Bauherren damit, die Ideen in Realität zu verwandeln und die Geschäfte zu renovieren. Die Fassaden der neuen Gebäude wurden mit Bayrischen und lokalen Szenen aus Georgia bemalt, die die Zuwanderung der frühen Siedler darstellen sollten."

Und hier ist meine Meinung dazu:

Der Prospekt erwähnt den Begriff "Berg Gemeinde". Ehrlich gesagt gibt es zwar ein paar durchschnittliche Hügel in der Landschaft rund um das Dorf, aber Berge? Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass es nur ein paar Kilometer weiter nördlich von Helen ein paar wirklich hübsche gibt, also wieso sind die Bewohner des Dorfes der Meinung, dass ihre minimalen Erhöhungen mehr wären als sie eigentlich sind? Hat je einer den Süden Deutschlands, Österreich oder die Schweiz besucht? Ich glaube nicht.






Nachdem die Stadt als Mischung aus Alpinem Lebensstil und der Geschichte Nord Georgias geplant wurde, findet der geborene Europäer immer etwas zu bemängeln. Wieso findet man Wild West Fotostudios neben typischen Bayrischen Süßigkeitenläden und Bäckereien? Wieso kann man auf einem Piraten Höhlen Kurs (der übrigens wirklich sehr schön ist) Minigolf spielen und nur eine Straße weiter eine Pferdekutsche vorbeiklappern sehen? Wieso ist es möglich nach einem deftigen Bratwurst und Sauerkraut Gericht ein Frozen Yogurt als Nachtisch zu genießen? Ich war zuerst ziemlich verwirrt, erkannte aber schnell, dass die Bewohner Helens das Beste aus beiden Kulturen in etwas Besonderes verwandelt haben.
Die Einnahmen der Alpenstil Hotels und Miethütten, speziell während des Oktoberfest, tragen außerdem positiv zum Stadtbudget und dem lokalen Arbeitsmarkt bei.

Fazit? Ein schöner Tagesausflug. Ich könnte mir sogar gut vorstellen, einen einwöchigen Restort-ähnlichen Urlaub dort zu verbringen, die Reifenfahrt entlang des Wildwasser Flusses zu erleben, Europäische Spezialitäten zu essen und in einer der künstlichen Minen nach Halbedelsteinen zu graben; aber würde ich dort leben wollen? Sicher nicht! Es ist nichts Echtes an diesem Ort. Erinnert ihr euch an diese kleinen Bimmelbahnfahrten für Kidner durch verhexte Wälder die man auf jedem Jahrmarkt finden konnte? Ich meine die mit den Fliegenpilzen und den Zwergenfiguren. Helen ist irgendwie genau so - nur für Erwachsene. Oder vielleicht ist es mehr wie das Wunderland; und wir sind Alice hinter den Spiegeln. Im Herbst gibts es sogar ein echtes Kornfeld-Labyrint. Nehmt euch in Acht vor der Herzkönigin!

hugs and kisses
Patricia

Dienstag, 1. Mai 2012

Stumphouse Tunnel & Station Cove Falls

Jetzt, wo das Wochenende schon wieder vorbei ist und nur noch 3 übrig sind bis wir dieses Land wieder für immer verlassen (oder zumindest im Moment) wird unser Reiseplan ein wenig eng. Es gibt immer noch so viele Orte die ich sehen möchte, so viele Fotos die geschossen werden müssen - aber wir haben so wenig Zeit. Wir haben also unseren letzten, verzweifelten Versuch gestartet so viele rote Pins wie möglich auf meine Greenville Google Map zu setzen und haben dabei meiner Meinung nach ziemlich gute Arbeit geleistet. Denn jetzt können wir zwei neue Pins setzen - einen für den Stumphouse Tunnel und die Issaquena Falls und einen für den Oconee Station State Park mit den fantastischen Station Cove Falls. Ein scheinbar Wasserfall-reiches Abenteuer...

Ein Zitat aus einem netten Prospekt über die Wasserfälle im Upcountry:

“Maybe it’s the effort it takes to see them that adds to the mystique – like you’ve come upon a treasure that’s yours alone. Whatever the reason, South Carolina’s Upcountry offers some of the most beautiful waterfalls in the southeast.”
"Vielleicht ist es die Mühe die man aufwenden muss um sie zu sehen - wie wenn man auf einen Schatz stößt der einem ganz allein gehört. Was auch immer der Grund ist, das Upcountry in South Carolina bietet einige der schönsten Wasserfälle im ganzen Südosten."

Es handelt sich hier nicht um die Niagara Fälle, Gott bewahre, aber es sind immer noch faszinierende Wunder der Natur und mit mehr als 120 Wasserfällen mit einer Spanne von 13 - 214 Metern sind sie auch nicht gerade selten.

ISSAQUEENA FALLS

Nach einem 5-minütigem Spaziergang vom Parkplatz gleich neben dem Stumphouse Tunnel gelangt man zum Sockel des 61 Meter hohen Wasserfalls, von wo aus man eine großartige Aussicht über die Schlucht genießen kann Der Name Issaqueena beruht auf einer Legende, nach der sich ein Indianer Mädchen auf einem Felsvorsprung hinter den Fällen versteckte um ihren englischen Liebhaber vor einer Cherokee Attacke zu warnen. Leider kann man, wenn man den richtigen Wegen folgt, nicht an den  Fuß des Wasserfalls gelangen, die Aussichtsplattform von oben ist allerdings sehr einfach zu erreichen. Alle die eher auf hautnahe Action stehen sollten lieber folgenden Ort besuchen:



STATION COVE FALLS

Der abgestufte, 18 Meter hohe Wasserfall, dessen Ursprung weiter oben am Station Mountain liegt, ist nach dem historischen Fort (welches wir leider nicht besucht haben) die Hauptattraktion des Oconee Station State Park und kann nach einem hübschen, 30-minütigem Spaziergang durch einen prächtigen Schluchtenwald erreicht werden. Zur Zeit unseres Besuchs war es schrecklich schwül und heiß, aber ich kann den Tripp dennoch nur empfehlen. Einem Botaniker werden vor lauter Wildblumen die Augen aus dem Kopf fallen: Wilde Orchideen, kanadisches Blutkraut und der ebenfalls kanadische Judasbaum finden hier ihr zu Hause.


Aber es gibt noch mehr:

STUMPHOUSE TUNNEL

Der in den 1850er Jahren geplante Tunnel war ein Eisenbahn-Projekt das die Städte Charleston in South Carolina und Cincinnati in Ohio direkt miteinander verbinden sollte. Während des Bürgerkriegs wurde die Arbeit an dem Bauvorhaben allerdings leider aufgrund fehlender Geldmittel eingestellt. Von den ursprünglich geplanten 1,8 Kilometern wurden am Ende nur in etwa 500 Meter fertig gestellt - und diese kann man noch heute besichtigen. Und das möchte ich vorallem während heißer Sommertage wie dieser empfehlen, denn die Temperatur innerhalb des Tunnels beträgt ganzjährig konstante 13 Grad. Oh, nicht die Taschenlampe vergessen und bereitet euch auf ein mögliches Meet and Greet mit Fledermäusen vor. :D

Wo wir schon davon reden möchte ich euch auf ein großes Problem hinweisen, das die einheimischen Fledermäuse seit einigen Jahren bedroht: White Nose Syndrom - eine tötliche Krankheit die nach einem weißen Pilz benannt wurde, der die Schnauzen und Flügel der Nordamerikanischen Fledermäuse befällt. Seit dem ersten bekannten Auftreten im Jahr 2006 haben sich die Sporen rapide verbreitet und da bis jetzt kein Heilmittel gefunden wurde, sind einige Fledermausarten  bereits vom Aussterben bedroht. Daher bitte nach einem Besuch in einer Nordamerikanischen Höhle immer gleich die Klamotten waschen da man ansonsten man zur Verbreitung des Pilzes beitragen könnte. Und betet dafür, dass unsere Europäischen Spezies verschont bleiben.

hugs and kisses
Patricia

Mittwoch, 11. April 2012

Lake Jocassee und Oconee County


LAND NEBEN DEM WASSER ... 

Am Strand des Lake Jocassee
Das Oconee County im Nordwesten des Upstates wird in der Sprache der Cherokee nicht ohne Grund „Land beside the Water“ genannt. Das kristallklare Nass der Seen Jocassee, Keowee und Hartwell ist eines der besten im ganzen Südosten der Vereinigten Staaten und die Fjord ähnlichen Umrisse schmiegen sich wie Tautropfen an die Ausläufer der Blue Ridge Mountains. Aus diesem Grund ist die Gegend vor allem bei Familien und Sportlern beliebt; Wander- und Radwege, Wildwasserrafting, Kanu fahren und Hochseil-Klettergärten locken die Outdoor begeisterten Amerikaner. Fischer und Camper verbringen ihre Freizeit in den Nationalparks; etwas was ich vor unserer Abreise noch unbedingt machen möchte. (Campen, nicht Fischen) Für uns war der Ausflug letzte Woche einfach dazu gedacht, meinen Eltern die wunderschöne Gegend zu zeigen, ein bisschen baden zu gehen und zu beweisen, dass man kein Meer braucht, um sich wie in Kroatien zu fühlen, denn genau so sehen die  Ufer des Lake Jocassee meiner Meinung nach aus.
WO SICH DIE FLÜSSE TRENNEN ...

Nun etwas mehr zum See selbst. Der Name Jocassee klingt nicht nur wieder indianisch, er ist es auch. Übersetzt heißt es in etwa so viel wie „Place of the lost one“; wer dort verloren gegangen ist bleibt aber ein Geheimnis. Es handelt sich hier um den nördlichsten der drei Seen, der an seinem oberen Ende an eine Hügelkette stößt, die die Wasserscheide zwischen den Carolina Mountains und Piedmont darstellt. (Ob euch das interessiert ist mir egal, ich habs im Reiseführer gelesen und aufwendig übersetzt, oder wusste jemand von euch was Wasserscheide auf Englisch heißt?)

NATUR PUR ...

sehr mediterran irgendwie...
Die Gegend um den See ist das zu Hause von Hirschen, einigen wenigen Schwarzbären und Luchsen, Truthähnen und den, in der lokalen Küche sehr beliebten, Regenbogen Forellen. Die Wälder hier sind also sehr viel wilder als bei uns zu Hause. So viel zur Fauna, jetzt zur Flora. Da ich mich mit Pflanzen nicht besonders gut auskenne, werde ich jetzt nur jene aufzählen, deren Namen mir auch was sagen: Wilde Orchideen und Lilien, Rhododendron und Lorbeer… Alles Gewächse die der österreichische Gärtner erst mal anpflanzen muss um sie zu sehen. Außerdem findet man hier auch die seltene Oconee Bell, eine kleine, weiße Blume die nur in dieser Gegend wächst.

DIE GABEL DES TEUFELS ...

Den einzigen öffentlichen Zugang zum See bietet der Devils Fork State Park. Gleich vom Parkplatz aus muss man nur noch ein paar Treppen zum Ufer hinuntersteigen und sich in das kühle Nass stürzen. Der Strand ist leicht felsig aber flach abfallend und der weiche Sand tut den Füßen gut. (Attersee, da kannst du dir ein Stück abschneiden) Da nur die kältegeprüften Österreicher den Sprung ins Wasser gewagt haben, vermute ich mal, dass der See im Sommer weit über die in etwa 20 Grad bekommt, die wir genießen durften. Da unsere Waden sich zu dem Zeitpunkt noch nicht von der Bezwingung des Table Rock Mountain erholt hatten, muss ich später wieder kommen um die beiden Wanderwege und die Wasserfälle zu erkunden. Vielleicht stelle ich dann ein kleines Zelt im Wald auf, miete ein Boot oder probiere mich im Tauchen.
(Letzteres ist eher unwahrscheinlich)

hugs and kisses
Patricia

Montag, 9. April 2012

Table Rock Mountain

Nationalparks in den USA sind anders. Gut, eigentlich dürfte ich darüber nicht besonders viel wissen, denn wann gehe ich in Österreich schon wandern, geschweigere denn Bergsteigen, aber mir kommt das ganze hier etwas organisierter und vor allem frequentierter vor. Am Eingang jedes Nationalparks, und davon gibt es hier so viele wie Sand am Meer, steht ein kleines Pförtnerhäuschen. Zwei Dollar Eintritt pro Person sind kein Vermögen, und für die Erhaltung der Wege zahlt man ja meistens gerne etwas, denn keiner will vor einem zugewachsenen Trampelpfad stehen und sich wünschen er hätte eine Manchete dabei. Das interessante ist, dass diese Pförtnerhäuschen nicht immer besetzt sind. Stattdessen findet man einen hölzernen Postkasten mit kleinen Kuverts in die man das Geld stecken kann. Amerika hält mehr von der Vertrauensbasis als wir Europäer, und offensichtlich funktioniert es auch.

Einer der bekanntesten Berge die es hier zu besteigen gibt, ist der Table Rock Mountain, nördlich von Greenville, der eine wunderschöne Aussicht über die Appalachen bietet und von wo aus man außerdem auf den 122 Kilometer langen „Foothills Trail“ gelangen kann, der sich entlang der Berge durch South und North Carolina windet. Allerdings ist das nicht alles, was man im Table Rock Mountain State Park finden kann, denn anders wie bei uns in Österreich, ist Campen in der (Beinahe) Wildnis erlaubt und beliebt. Jeder Nationalpark bietet daher Zeltplätze, Waschhäuser in der Nähe des Eingangs und zu mietende Hütten und kleine Badeseen sind auch keine Seltenheit. Fischen, ein allgemein beliebter Freizeit "Sport" der Amerikaner, der hier vorallem wegen der Forellen betrieben wird, ist genau so möglich wie das Mieten von Tretbooten oder Kajaks. Fazit? Die eine Hälfte der Amerikaner sind Couchpotatoes, die andere Outdoor Enthusiasten. Wer keine Wanderschuhe besitzt ist Ausländer. Jetzt weiß auch ich, dass man mit s'Oliver Sneakers keinen Berg besteigen soll.

Auf der Internetseite http://www.southcarolinaparks.com findet man so ziemlich alles was man über die Parks wissen möchte, inklusive Trail Maps und Bilder. Trail Maps sind auch wichtig, denn jeder Nationalpark beherbergt mehrere verschieden schwierige, mal kurze mal lange Wanderwege die auch ein bisschen efffektiver gekennzeichnet sind, wie zu Hause. Wir, in einem Anfall von Überschätzung, haben uns gleich für den 7,5 Meilen langen Table Rock Mountain Trail entschieden, denn wenn wir schon mal hier sind, besteigen wir auch diesen  Berg. Wir sind Österreicher, das liegt uns im Blut. Denkste! Gut, wir habens am Ende geschafft, aber mit mehr Anstrengung und Kalorienverbrauch als die Ägyptischen Bauern damals während des Pyramidenbaus. Zwar gab es einige Zwischenstationen wie den Govenors Head aber im großen und ganzen bin ich davon überzeugt, dass dies zwar der erste amerikanische Berg war den ich bestiegen habe, aber auch der letzte.
Aber warum eigentlich Table Rock? Tisch Felsen? Eine alte Indianer Legende besagt, dass der große Geist, der Spirit, sich diesen flachen, kahlen Felsen als seinen Esstisch ausgesucht hat. Ein kleinerer, etwas weiter unter gelegener Felsen diente ihm dabei als Stuhl. Gesehen habe ich den Spirit zwar nicht, aber die große, etwas schräg hängende Steinplatte am Plateau wirkt wirklich irgendwie wie eine gigantische Tafel.

hugs and kisses
Patricia

Samstag, 7. April 2012

Fort Hill & Clemson

Das Fort Hill Plantagenhaus befindet sich in Clemson, der Universitätsstadt nur eine Stunde westlich von hier, mit dem orangen Hundepfoten Logo, dass man hier an allen Ecken finden kann. Sei es ein Autosticker, ein Sweater oder eine Flagge, Clemson ist omnipräsent im Upstate. Zugegeben, der Ort ist auch wirklich sehr schön, ein großer Campus mit Grünanlagen, alte Gebäude und eine schöne kleine Altstadt mit Geschäften die unserer Mainstreet sehr ähnlich ist. Wir haben uns aber nicht nur wegen der Universitätsatmosphäre auf den Weg gemacht, denn auch wenn das Baseballstadium (oder Football, oder was auch immer dort gespielt wird) gigantisch groß und überwältigend ist, hatten wir eigentlich vor, ein altes Haus zu besichtigen.
Das klingt jetzt weniger aufregend als es ist, glaubt mir. Antebellum – das bedeutet vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) erbaut - Plantagen Häuser sind nämlich Mangelware. Und dieses eine wurde 1803 als Haus mit vier Zimmern erbaut, im Jahr 1825 aber auf ganze 14 Zimmer erweitert. Ich werde euch nun die Geschichte ersparen, wer wann wo gelebt hat, was gemacht wurde und wer gestorben ist, denn auch wenn ich Geschichte mag, finde ich dieses Thema doch relativ langweilig. Wahrscheinlich hat das auch die winzige, dickliche Frau bemerkt die uns durch die Räume im Erdgeschoss geführt hat. Oben durften wir uns dann selbst ein Bild des Lebens vor 200 Jahren machen und mussten erschrocken feststellen, dass die allgemeine Vorstellung von einem komfortablen Badezimmer gravierend von der unsrigen abwich.

Trotzdem lässt sich ein Besuch in dem, 1960 zur National Historic Landmark erklärten Gebäude im Greek Revival Stil nur empfehlen, da man die original Einrichtung (und vorallem die kunterbunten Tapeten) an allen Ecken und Enden bewundern kann.





Freitag, 6. April 2012

Downtown Greenville


Nachdem ich meine Eltern und meinen Bruder gestern nach einer Woche Family Reunion wieder am Flughafen verabschieden musste, war meine Blog To Do Liste gerammelt voll. Sobald ich über ein Thema stolpere, das es verdient in einem separaten Beitrag erwähnt zu werden, wird eine Notiz gemacht. Da wir aber in den letzten Tagen verständlicherweise kreuz und quer durch den Upstate (also Greenville County) gereist sind, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, gibt es jetzt jede Menge zu schreiben. Mal sehen wie lange ich brauche um wieder einigermaßen aufzuholen.


Beginnen will ich mit einem Thema, das ich schon viel früher hätte angehen sollen. Meine Heimatstadt, einigermaßen groß (ca 50 – 60.000 Einwohner) aber dennoch voll unerwarteter Natur, schönen Parks und Wanderwegen und natürlich der, für amerikanische Verhältnisse, alten Downtown. Wir haben schon bei unserem ersten Besuch dort eine Route ausgetüftelt, die wir nun immer wieder gern gehen, denn sie führt vom Clevelandpark, wo der kleine Zoo ist, über den Swamp Rabbit Trail bis zum Falls Park on the Reedy River, wo man schließlich nach ein paar Treppen auf die hübsche Mainstreet mit all ihren Restaurants und Geschäften gelangt. All die wichtigsten Punkte der Altstadt in einer nur 2 Kilometer langen Strecke (pro Richtung).


Swamp Rabbit Trail

Der 13,5 Meilen lange Wanderweg entlang einer ehemaligen Eisenbahnstrecke startet in dem Ort Travelers Rest nordwestlich von Greenville und endet im Moment in der Nähe unseres Startpunktes am Cleveland Park. Allerdings ist laut Reiseführer eine Erweiterung geplant.
Auf unserer Route startet man am Spielplatz beim Zoo und wandert dann entlang des Reedy Rivers (der mehr ein Bach als ein Fluss ist) durch einen schönen Wald. Der Weg ist besonders bei Hundebesitzern und Joggern beliebt, aber auch der eine oder andere Radfahrer stellt sich der Herausforderung alle 100 Meter auf sich aufmerksam machen zu müssen.
Wirklich viele sehenswerte Locations gibt es zwar nicht, aber ein Spaziergang im Grünen ist auch eher für seinen Erholungswert bekannt.  Allerding findet man unter anderem die Rudolph Anderson Memorial Airplane und eine Erinnerungsstätte für alle im Krieg gefallenen Soldaten. Und da die Amerikaner wie es scheint immer Krieg führen, gibt es davon viele. Nachdem ich jetzt die wenig Hilfreiche Website des Trails besucht habe, um mehr über seinen Ursprung und die Namensgebung herauszufinden (was mir leider nicht gelungen ist) weiß ich zumindest, dass entlang des Weges einige Caches versteckt sind.
Aus diesem Grund werde ich vielleicht bald einen Beitrag zum Thema „Geocaching in den USA“ verfassen.

Falls Park on the Reedy River

Der Park im Stadtzentrum ist alleine aufgrund seiner Naturschönheiten einen Besuch wert. Kleine Wasserfälle, hübsch angelegte Blumenbeete und flache Felsen am Wasser laden zum Bleiben ein. Das wahre Highlight allerdings ist die Liberty Bridge, die sich hoch über den Wasserfällen über den Fluss spannt. Die ca. 110 Meter lange, nur für Fußgänger geöffnete, Hängebrücke wird nur auf einer Seite durch zwei massive, 30 Meter hohe Stahl Masten getragen, was in Wirklichkeit noch viel beeindruckender aussieht als es jetzt klingt, denn die Masten hängen irgendwie schräg in der Luft herum.
Ansonsten ist der Falls Park ein idealer Platz für ein Picknick oder Ballspiele, doch auch wenn die Wasserbecken unterhalb der Fälle nicht besonders tief sind, darf man dort mittlerweile aufgrund der Wasserverschmutzung leider nicht mehr baden.
Historisch gesehen befindet sich der Park heute dort, wo einst die Mühlen für die Textilproduktion und die Baumwoll-Lagerhäuser standen, worauf auch einige informative Schautafeln hinweisen.



Mice on Main

Mäuse auf der Hauptstraße. Das mag jetzt komisch klingen aber ich rede hier nicht von echten Fellknäuel, auch wenn wir vor nur zwei Tagen ein größeres Exemplar (aka Ratte) unter einem Auto verschwinden sahen. Mit den Mice on Main sind kleine Bronze Mäuschen gemeint, die sich entlang der Mainstreet im Stadtzentrum in verschiedensten Ecken verstecken.
Bis jetzt habe ich leider erst zwei dieser kleinen Überraschungen gefunden, aber ich habe mir fest vorgenommen bis zu unserer Abreise alle zu finden. Woher aber kommt die Idee? Dazu muss man wissen, dass es sich hier um das Abschlussprojekt eines lokalen Künstlers handelte, inspiriert von dem Kinderbuch „Goodnight Moon“ von Margaret Wise Brown. Offensichtlich geht es darin um Stadtmäuse… Und die Kinder der Stadt (weil Touristen gibts wenige) machen sich mit einer Beschreibung im Stil einer Schnitzeljagt gerne auf die Suche nach den frechen Nagern. Überhaupt ist die kleine, verstreute Ausstellung ein bisschen zum Wahrzeichen geworden, denn es gibt auch T-shirts und Bücher (wo es wirklich um die Greenville Mäuse geht) zu kaufen.

Okey, ich denke das war jetzt genug über Downtown Greenville, ich werde mich jetzt wieder meinem Osterzopf (Buttermilch-Topfen) und der Verzierung meiner Karotten Muffins widmen. Die Rezepte dazu gibts entweder heute abend oder morgen auf meinem Englisch-sprachigen Blog "My Seasons Seasoning".

Ich wünsche euch allen ein wunderschönes Oster Wochenede!

hugs and kisses

Patricia


Montag, 19. März 2012

Rock City in Georgia

Unser zweiter Auflug letzten Freitag führte uns zwar in einen anderen Staat, nämlich nach Georgia, aber nur ca 5 Minuten Richtung Süden, von den in Tennessee gelegenen Ruby Falls Höhlen. Hier noch einmal eine kleine Übersicht, bevor ich beginne, die englischen Texte des Prospektes in eine halbwegs verständliche und unterhaltsame Geschichte auf Deutsch zu übersetzen.

Wenn man so durch die Vororte von Chattanooga fährt, vorbei an Villen mit der Amerikanischen Flagge am Dachfirst und gigantischen Autos, die bei uns zu Hause am Interspar Parkplatz die größten Probleme haben würden, erwartet man nicht, in einer verzauberten Welt zu landen, wie man sie gleich um die Ecke in Rock City finden kann.

Rock City

Ich möchte auch gleich damit beginnen den Reiseführer zu zitieren, denn die teilweise kitschigen Worte treffen wirklich zu. Ich hoffe nur es klingt auf Deutsch genau so gut.

"Wilkommen in einem geologischen und botanischen Wunder! Ein Ort unübertroffener Naturschönheiten wo Beschaulichkeit und Abenteuer in Harmonie miteinander existieren."

Wer noch weitere Informationen haben möchte besucht am besten:


Das mag jetzt katastrophal übertrieben wirken, ist es aber nicht. Was gibt es in der steinernen Stadt also alles zu sehen? Wie wärs zum Beispiel mit zahlreichen Aussichtsplattformen wie den "Seven States Flag Court" von dem aus man, 500 Meter über dem Meeresspiegel, ganze sieben US Staaten sehen kann? (Diese wären Tenneessee, Virginia, Kentucky, North Carolina, South Carolina, Georgia und Alabama) Oder die botanischen Gärten entlang des "Enchanted Trail" - zu Seutsch "verzauberter Weg" der in zahlreichen Tunneln und Engpässen zwischen den uralten Steinformationen, die teilweise wie Pilze oder Schildkröten geformt sind, hindurchführt? Alles schon gesehen? Glaube nicht! Zusätzlich gibt es noch ein Hirsch Gehege, eine Hängebrücke, eine Greifvogelschau und so ziemlich an jeder Ecke ein Motiv, das es wert ist fotografiert zu werden.

Man sollte für einen Besuch, je nach dem wie interessiert man an Pflanzen ist, in etwa
1-2 Stunden einplanen, genug Sonnencreme einpacken und sich der Tatsache bewusst sein, dass übergewichtige Menschen bei so manchen Wegen durch die Felsen ihre Probleme bekommen könnten. Aus diesem Grund heißt die engste Passage auch "Fat Man's Squeeze". Ich frage mich wie viele Leute mit typisch amerikanischem Körperbau dort schon stecken geblieben sind.

hugs and kisses

Patricia

Ruby Falls in Tennessee

Nachdem Philipp, wichtig wie er ist, letzten Donnerstag auf eine Besprechung nach Cleveland (nein, nicht das große Cleveland/Ohio, sondern eine Kleinstadt von nicht einmal 40.000 Einwohnern in Tennessee) musste, und das eine 4 stündige Autofahrt durch 4 Staaten (mehr oder weniger) bedeutete, wollte er diese Reise nicht alleine auf sich nehmen. Nachdem wir die langweilige Autobahn durch eine wunderhübsche Route quer durch die Blue Ridge Mountains, vorbei an Stauseen und hohen Felswänden ersetzt hatten gings also los in Richtung Westen und während Phil irgendetwas besprach, war ich dabei die schönsten und berühmtesten Sehenswürdigkeiten in der Gegend aufzulisten. Die Wahl war recht einfach und fiel auf Ruby Falls und Rock City (darüber später). 

Ruby Falls

Das unterirdische Höhlensystem von Ruby Falls, nahe Chattanooga (das gerade noch in Tennessee liegt) wurde vor 80 Jahren von einem Mann namens Leo Lambert entdeckt, der den Wasserfall am Ende der Tropfsteinhöhle auch gleich nach seiner Frau Ruby benannte - mit Rubinen hat das Ganze also rein gar nichts zu tun. Doch auch wenn man bei einem Besuch kein Gold und keine Edelsteine findet, zahlt es sich aus die 80 Meter mit dem Aufzug in die Tiefe zu fahren und den Gängen immer weiter zu folgen, bis man schließlich beinahe 350 Meter unter dem Plateau des Lookout Mountain in jene Höhle gelangt, in der man den höchsten, für die Öffentlichkeit zugänglichen, unterirdischen Wasserfall bestaunen kann.


Da es sich um eine Tropfsteinhöhle handelt, und Menschen dazu tendieren alles anzutatschen, ist das natürlich nur in einer geführten Tour möglich, doch soweit ich es beurteilen kann, sind die sehr unterhaltsam und die Gruppen nicht all zu groß. Vorbei an verschiedenen Stalatmiten und Stalagtiten, die anhand ihrer Form die eigenartigsten Namen tragen, und den Läufen des unterirdischen Flusses geht es, bei konstanten 15-20 Grad, in etwa einen Kilometer tief ins Gestein, wo schließlich eine wunderbar, in allen Farben des Regenbogens, beleuchtete Höhle den Schatz von Ruby Falls offenbart. Wem hier der Mund nicht offen stehen bleibt, der ist entweder blind (und dann tut es mir sehr leid) oder hat absolut keinen Sinn für das Schöne (in diesem Fall - geh und lass dir einen Vokuhila schneiden, denn es wird dich nicht stören). Also alles in allem ein toller Ausflug für den man in etwa 1 1/2 Stunden einplanen muss, falls man kein Interesse an dem, im Shop angebotenen Steinschmuck und Dokorationsgegenständen hat. Aber nun, hier ist er - der Wasserfall von Ruby Falls!


Weitere Infos gibts hier:



hugs and kisses
Patricia


Montag, 5. März 2012

Chimney Rock State Park

Wieder einmal ist eine Woche vergangen. Während auf BBC Amerika in scheinbarer Dauerschleife (wie jeden Montag) Top Gear läuft habe ich beschlossen, dass die alten Folgen von 2003, auch wenn 66% der Moderatoren  damals noch unter 40 waren,  bei weitem  nicht so lustig sind wie die aus den letzten Jahren. Aus diesem Grund möchte ich euch stattdessen von unserem Wochenendausflug erzählen… und von meiner Erkältung. Ja, es war wirklich a… kalt am Sonntag, sonnig zwar, aber wirklich kalt. Nach ein-zwei Tagen voll Tornado- und Sturmwarnungen hat es wieder ordentlich abgekühlt und wir konnten uns glücklich schätzen, wenn das unverständliche Fahrenheit Thermometer im Auto die imaginäre „wir haben ca.10 Grad Celsius“-Marke erreichte. Tat sie … manchmal…

Um mich auf den Besuch meiner Famile Anfang April vorzubereiten und ein paar der berühmtesten Sehenswürdigkeiten ein wenig zu kennen, beschloss ich, mich dieses Mal selbst hinters Steuer zu setzen und cruiste, unter, für Europäer unverständlichen, Geschwindigkeitsbegrenzungen immer weiter Richtung Norden bis wir die Grenze zu North Carolina erreichten. Nach ein paar Meilen entlang einer kurvenreichen Straße durch wunderschöne Berglandschaft erreichten wir dann unser Ziel:

Chimney Rock State Park

Da im Moment noch die Winteröffnungszeiten gelten und einige der Einrichtungen, wie zum Beispiel der Aufzug und die Stiege zum Chimney Rock selbst, auf Grund umfassender Renovierungen gesperrt sind, hoffe ich wirklich im April wieder zu kommen, da ich glaube, dass es sich hier um eine der schönsten Sehenswürdigkeiten in der Gegend handelt. Auch die Bäume tragen, wenn überhaupt, erst vereinzelt Blätter und machten den 4 Seasons Trail eher unnötig. Da der Wind ohnehin wie deppert um unsere Ohren blies, beschlossen wir, nur dem Hickory Falls Trail bis zu den Wasserfällen zu folgen und zu hoffen, dass all die anderen Einrichtungen bald wieder offen sind. (Laut Homepage wird es  bis Mitte April dauern … wären wir in Österreich würde das also heißen – bis Ende Juli)

Was würde dieser Ort also bieten, wenn die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind?

  • Skyline Trail (leider im Moment gesperrt)
    Man kann den Chimney Rock, den 100 Meter hohen Monolithen, dem der Park seinen Namen verdankt, wie schon erwähnt, entweder auf die herkömmliche Art und Weise über Treppen besteigen, oder aber, man ist ein dicker, fauler Amerikaner und bevorzugt den Aufzug, der allem Anschein nach noch eine Weile länger gesperrt sein wird. Der steile Aufstieg ist es aber wert, denn von der Aussichtsplattform bietet sich einem ein wunderbarer Ausblick über den Lake Lure und nach einem zwanzig minütigem Wanderweg erreicht man auch den atemberaubenden Devil’s Head (ein, auf einem Vorsprung balancierender Felsen), die Opera Box (eine Aussichtsplattform die wie eine Loge in einer Nische im Felsen liegt) und den höchsten Punkt des Parks auf 756 Meter.



  • Hickory Nut Falls Trail
    Wie der Name schon verrät, handelt es sich hier um einen Wanderweg entlang steiler Felswände, durch einem Laubwald bis zum 125 Meter hohen Wasserfall. Da dieser in einer sehr schattigen Schlucht liegt, die fast nie dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt ist, kann man dort Pflanzen finden, die in North Carolina eigentlich gar nicht heimisch sind. Außerdem handelt es sich bei den steilen Klippen um die Kulisse des 1992 Kultfilms „Der letzte Mohikaner“.


  • Four Seasons TrailDer halbwegs steile Wanderweg führt vom unteren bis zum oberen Parkplatz. Da es sich hier nicht um einen Rundweg handelt, sollte man sich vorher überlegen in welche Richtung man wieder zurückgehen möchte. Entlang dieses Weges findet man einige seltene Wildblumen und mit etwas Glück kann man sogar Rehen oder wilden Truthähnen begegnen.

und hier zum Abschluss noch eine (zugegebenermaßen nicht besonders gute) Karte des Nationalparks 


hugs and kisses

Patricia

Montag, 27. Februar 2012

Riverbanks Zoo & Garden in Columbia

Wieder einmal ist ein Wochenede vergangen. Es ist schrecklich die Zeit so schnell vergehen zu sehen … obwohl sehen kann ich sie eigentlich nicht, maximal anhand der Anzahl an Falten auf meiner Stirn oder an Phil’s sich langsam vermehrenden grauen Haaren (Ja ich glaube es sind mittlerweile ca. 6). Trotzdem finde ich die Tatsache, dass wir nun beinahe die Halbzeit unseres Aufenthaltes erreicht haben zu gleichen Teilen beunruhigend und erfreulich. Da der Frühling bald kommt, bzw eigentlich nur noch seine Schuhe ausziehen muss, werde ich euch in Zukunft öfter mit Reiseberichten wie diesem hier beglücken oder nerven. Wo waren wir also?

Nachdem uns Phils Arbeitskollege Tony versichert hat , dass man sich den kleinen, lokalen Greenville Zoo sonst wo hin schieben kann und wir beide aber große Tierfreunde sind, mussten wir uns erkundigen, wo sich in der Nähe die Gelegenheit bietet, Fotos unserer nächsten Verwandten, schuppigen Urzeittieren und lustigen „Gott muss betrunken gewesen sein“ Kreaturen zu schießen. Gesagt getan und das Ergebnis war folgendermaßen:


Der Riverbanks Zoo in Columbia

Columbia … schon mal gehört? Kein Wunder. Die (für amerikanische Verhältnisse eigentlich kleine) 130 000 Einwohner Stadt liegt ca. 1 ½ Stunden südöstlich von Greenville und ist die Hauptstadt des Bundesstaates South Carolina.

Mein neuer bester Freund
Der Zoo selbst ist von der Größe her nicht ganz mit München zu vergleichen (gefühlsmäßig), beinhaltet aber außerdem einen botanischen Garten und bietet den meisten, wichtigen Tieren ein neues zu Hause, und mir die Gelegenheit einem niedlichen Koala direkt gegenüber zu stehen – eine Premiere für mich, und auch für den Koala aber den hat‘s wohl nicht interessiert, da diese Tiere schätzungsweise 20 Stunden am Tag schlafen (kein Scherz). Ansonsten ist darüber nicht viel zu sagen, ein Zoo ist ein Zoo, dennoch gab es einige Unterschiede zu den Tierparks bei uns zu Hause die aber mehr mit der amerikanischen Lebensart zu tun haben als mit Zoos imn Allgemeinen. Später aber noch mehr sinnvolle Details über Riverbanks... versprochen.

Wer's nicht erwarten kann - hier die Homepage: Riverbanks Zoo and Garden

Fütterungszeit bei den Elefanten
  • Zum einen ist man hier viel mehr auf Unterhaltung aus. zwar wird auch an der Weiterbildung der amerikanischen Bevölkerung gearbeitet, aber in welchem europäuschen Zoo findet man eine Kletterwand, einen künstlichen Hochseilpark und ein altes Jahrmarktkarussell?
  • Zum anderen ist natürlich das Publikum durchschnittlich doppelt so breit und wer seine Pfund nicht mehr schleppen will und kann bedient sich einfach eines Rollstuhls. (no offence den Menschen gegenüber die wirklich so ein Ding brauchen, aber mir kam die Anzahl einfach viel zu hoch vor)
  • Ansonsten sind Amerikaner natürlich wieder mal sehr viel netter und zuvorkommender und es kommt nie vor, dass man minutenlang vor einem Gehege steht und keine Chance hat ein gutes Foto zu schießen weil sich dauernd jemand vordrängt.
  • Apropos Fotos… Mit den Kameras, speziell so großen, nicht besonders handlichen Dingen wie meiner Canon Spiegelreflex habens die Amis eher nicht so – die bedienen sich lieber ihrem guten alten Freund dem I Phone. Ob sich die Bilder dann für eine schöne Diashow eignen ist dann natürlich ein anderes Thema.
Jetzt aber mal etwas, was ihr wirklich wissen wollt...

Hornvögel
Grundsätzlich ist der Riverbanks Zoo zwar tatsächlich größer als Hellabrunn, das liegt aber an dem integrierten Botanischen Garten, der, mal abgesehen von den hübschen Frühlingsblumen im Magnolienpark noch nicht wirklich ansehnlich war. 69 Hektar ist das Gelände groß und man kann getrost einen halben Tag darin verbringen ohne sich zu langweilen. Wenn man alle Schilder, die meist für Kinder ausgelegt sind, liest, sogar noch länger. Um den Botanischen Garten zu erreichen muss man aber den Saluda River überqueren, man läuft also nicht Gefahr, sich unabsichtlich dorthin zu verirren.
Gegründet wurde der Zoo in den 70er Jahren – ja richtig gehört, des letzten Jahrhundert, nicht im 19ten…  hier ist halt alles etwas neuer und er hat seither einige Preise einstecken können. In den, im Internet zu findenden, Listen der besten Zoos des Landes wird er allerdings nicht aufgeführt.
Was gibt es also, abgesehen von den üblichen Verdächtigen alla  „Bären und Löwen hinter Gräben“ oder „kleinere Tiere hinter Maschendrahtzaun“ zu sehen? Einiges. Da wären zum Beispiel zwei begehbare Gehege, eines mit den flotten, springenden Kollegen aus Australien (keine Angst, es waren relativ kleine und noch dazu sehr schläfrige Kängurus)  und ein Voliere mit bunten Papageien, die man gegen einen Aufpreis mit Nektar füttern konnte. Außerdem gibt es natürlich einen Streichelzoo, auch wenn die Ziegen hier nicht in direkten Kontakt mit den Menschen kommen, was auch gut ist, da sie die durchschnittliche Größe eines kleinen Pferdes haben; ein Aquarium und ein Terrarium … 

hugs and kisses

Patricia

Montag, 20. Februar 2012

Hagood Mill

Entgegen aller Wettervorhersagen war auch der Samstag trocken und frühlingshaft warm, wenn auch weniger sonnig. Aus diesem Grund beschlossen wir nicht bis März zu warten und die einmalige (ahm… zwölfmalig pro Jahr???) Gelegenheit die monatlichen Demonstrationen im Freilichtmuseum der Hagood Mühle zu besuchen. Natürlich kann man das Gelände auch sonst besuchen, allerdings wird man dann nicht auf witzig gekleidete Amerikaner treffen, die ihre traurige Version eines Mittelalter- oder Keltenfestes zelebrieren…  Denn die Ära die hier nachgestellt wird ist nicht einmal 200 Jahre alt.



Was also sagt unser Reiseführer dazu?

Die restaurierte Mühle aus dem Jahr 1845 wird im „National Register of Historic Places“ aufgeführt und ist die einzige Mühle in South Carolina deren Mühlrad immer noch aus den Originalteilen besteht. Das Gelände beherbergt aber auch einen nachgebauten Hufschmied Laden und einige versetzte Gebäude (ihr wisst schon, wie in Großgmain in der Nähe von Salzburg) aus den Jahren 1790 – 1830 in denen jeden dritten Samstag im Monat geschäftige Zeitreisende oder Verweigerer der modernen Zivilisation ihre Fertigkeiten demonstrieren die da wären: Patchworkdecken per Hand nähen, Garn aus Schafwolle drehen (Zitat Phil: Was macht die da?), Stühle und andere Holzdinger schnitzen, Hüte filzen und noch viel mehr, an das ich mich nicht mehr erinnern kann. Natürlich werden die Endprodukte sowie das gemahlene Mehl auch verkauft und zu all dem kommt noch die typisch amerikanische musikalische Untermalung in Form von lebhafter Countrymusik. Für Europäer ohne Verbindung zu dieser Kultur wirkt das Ganze wie ein leicht lächerliches Dorffest aber man bekommt doch einen sehr guten Einblick in den Alltag der Siedler in dieser Zeit.

Letzte Bemerkung um hier keine falschen Informationen zu verbreiten: Das Mühlrad wird heute nicht mehr nur mit Wasserkraft sondern auch mit einer elektrischen Pumpe betrieben – trotzdem sehr beeindruckend.

hugs and kisses

Patricia

South Carolina Botanical Garden

Aufgrund des großartigen Frühlingswetters letzten Freitag, beschloss Phil seinen Arbeitstag um ein paar Stunden zu verkürzen und den Weg Richtung Süd-Westen einzuschlagen. Ziel: Clemson University – genauer gesagt der South Carolina Botanical Garden, in dem wir, optimistisch wie wir sind, die schönste Frühlingsblumenpracht erwarteten, die ein Amerikanischer Südstaat Ende Februar zu bieten hat. Falsch erwartet, aber dennoch keine Zeitverschwendung, denn die ersten Frühblüher verbreiteten schon die kunterbunte Faschingsstimmung die ich hier so vermisse und grundsätzlich ist die Idee bei Sonnenschein in einem Wald ohne Blätter (sprich – kein Schatten) spazieren zu gehen nicht die Schlechteste.



Was also sagt unser Reiseführer dazu?

Der 120 Hektar (nach Umrechnung aus dem, keinen Sinn ergebenden, alten angloamerikanischen Irgendwas… ich will es nicht mal System nennen … von Acres in Hektar) große, öffentliche Park ist der offizielle Botanische Garten des Staates und verlangt aus Großzügigkeit genau gar keinen Eintritt. Okey, den Rest finde ich ein bisschen überflüssig … lasst mich das in meine eigenen Worte übersetzen, weil übersetzen muss ichs ja sowieso.
Abgesehen von schönen Wegen entlang kleiner Wasserläufe und erstaunlich geschäftiger Eichhörnchen gibt es am Gelände es Botanischen Gartens auch ein Geologisches Museum. Ihr wisst schon, Edelsteine die im Dunkeln leuchten und so Zeugs. Da das Wetter für eine Indoor Beschäftigung aber viel zu wundervoll war, ließen wir das mal außen vor. Stattdessen umrundeten wir den Ententeich, der außerdem auch das zu Hause einiger Schildkröten ist; durchquerten den Camelia Trail, der zu unserer Überraschung schon am Verblühen war (was sind Camelien anyway?) und beschlossen aus mehreren Gründen in einem Monat wieder zu kommen, die da wären: Der Schmetterlingsweg (wo keine Blumen da keine Schmetterlinge…), der Baumlehrpfad (wo keine Blätter da keine signifikanten, für Laien erkennbare Unterschiede…) und einfach weils schön war.

Nach einer kleinen Rast am Visitors Center, einem hübsch betonierten (ja sowas gibts) Platz mit Memorial, einer alten Lokomotive und beschaulichen, gemauerten  Nischen mit Hollywoodschaukeln aus Holz, wollten wir uns noch einen weiteren Punkt unseres Reiseführers ansehen – die Ram Cat Alley in Seneca – eine kleine „Altstadt“ Straße im Zentrum der Stadt, die besonders für ihre netten Antiquitätenläden, Botiquen und Kunstgeschäfte berühmt ist. War. Jedes zweite Geschäft war geschlossen oder gleich ganz leer und irgendwie wirkte die ganze Stadt sehr traurig und post-apokalyptisch – oder post-finanzkrisisch.... Wie übrigens so ziemlich jeder Ort abgesehen von Greenville, den wir bisher durchfahren durften.

hugs and kisses
Patricia