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Montag, 16. Januar 2012

Chronik einer Reise - Sicherheitskontrolle

I don't own this picture
Einreisen in die USA ist kein Zuckerschlecken. So manch einer von euch hat diese Prozedur schon einige Male hinter sich gebracht, aber ich denke ich schulde es den Anderen zumindest einen Blog Artikel dem zu widmen, was ich gemeinhin „Wir haben Angst vor allem was von Draußen kommt“  und „doppelt gemoppelt ist dreimal so gut“ nenne.

Für diesen Eintrag werde ich das Internet zu Rate ziehen, da ich, auch wenn es erst Gestern war, keine verlässlichen Erinnerungen mehr habe und ich hier keinen, wie man so schön sagt, Scheiß erzählen will. Man geht halt mit dem Strom mit, macht was die anderen machen, aber warum und weshalb? (und schon vermisse ich meinen zweiten Bildschirm aus der Arbeit wo diese ganze Recherchesache sehr viel einfacher wäre – also Tab Surfing)







  • Schritt 1 – Das weiße I-94 Formular und das Zollformular

Diese beiden „Wisch“ habe ich schon in meinem letzten Blogeintrag – „Chronik einer Reise – der Flug“ – erwähnt. Die Formulare werden von den Flugbegleitern schon während des Fluges ausgeteilt, vor den zuständigen Schaltern am Flughafen kann man sie aber auch finden. Das I-94 ist nur für Einreisende mit gültigem US Visum im Pass, Touristen bekommen hier etwas anderes. An Bord wird kurz vor der Landung auch noch ein Video mit der genauen Anleitung zum Ausfüllen gezeigt, blöd nur, dass die meisten Passagiere das schon erledigt haben. Wichtig ist: Länderangaben ect. alles auf Englisch ausfüllen – wir sind also Staatsbürger (ja das steht schon auf Deutsch da!) von Austria, nicht Österreich!

  • Schritt 2 – Passkontrolle

Ist in Atlanta nicht zu verfehlen, außerdem gehen sowieso alle Passagiere dort hin. Alle? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bewohntes Dorf… Ahem … Diese Regeln gelten nicht für die Flugzeugcrew und natürlich die wunderbaren Diplomaten die unsere Welt zusammenhalten. *Grml*  Es werden Fragen zu Verbleibdauer und dem Grund der Reise gestellt. Bei uns hat sich das Ganze etwas schwieriger gestaltet, da es zwischen Phil’s Grenzbeamten und ihm einige sprachliche Differenzen gab was die Erklärung seines Aufenthaltsgrundes anging. Arbeitet er nun in den USA oder nicht. Ja und Nein… und das war dann zu viel für den armen Kontrolleur. Nach einer kleinen Verzögerung bekamen wir dann aber auch unseren Stempel und weiter gings…
Kleine Anmerkung am Rande: Wer zwar EU Staatsbürger ist aber in einem, den USA nicht so wohlgesinnten Land (sprich Kleinasien, Kuba, Nordkorea ect.) geboren wurde, muss hier mit verstärkten Sicherheitskontrollen rechnen. Außerdem muss jeder Neuankömmling die Fingerabdrücke der rechten Hand (und was wenn man Linkshänder ist?) abgeben und mal kurz Fotomodel spielen. Naja, wir sind Generation Big Brother, wir sinds gewöhnt.

  • Schritt 3 – Gepäck abholen – und wieder abgeben

Soweit ich weiß, muss man diese Tortur nur am Flughafen in Memphis und Atlanta hinter sich bringen. An anderen Orten kann man gleich nachdem man die Sicherheitskontrolle hinter sich hat und das Gepäck wieder sein Eigen nennen darf, das Gelände verlassen. In Atlanta allerdings wird hier alles doppelt gemoppelt und nachdem man seine Koffer von einem der vielen Förderbänder gehievt hat, gibt man es einige Meter weiter wieder ab. Hier wird sortiert in: Koffer von Leuten die noch weiterfliegen; Koffer von Leuten die aus den USA gekommen sind; Koffer von Leuten aus dem Internationalen Raum. So weit so gut, müssen wir die Dinger halt nicht weiter schleppen. Vielleicht ist das der Grund, denn der Flughafen ist wirklich verdammt groß und der automatische Transport des Gepäcks erleichtert die Weiterreise Richtung Ausgang.

  • Schritt 4 – Sicherheitskontrolle

Wie zu erwarten sind die Kontrollen hier etwas schärfer als zu Hause, aber die Deutschen können hier schon ziemlich gut mithalten. Einziger Unterschied zu den uns bekannten Kontrollen ist der Ganzkörperscanner (jaja, diese ziemlich umstrittenen Dinger die entfernt an Teleports erinnern) und die Tatsache, dass man auch die Schuhe immer ausziehen muss. Ich fands weniger schlimm als erwartet.

Also, schnell weiter in den Flughafenzug zum Car Rental Terminal :D Aber den muss man erst mal finden. Ein kurzer Aufenthalt vor den Toren des Flughafens schadet nicht - Ich muss es jetzt sagen: gefühlte 15 Grad Celsius und strahlender Sonnenschein. Jetzt ist es zwar kalt aber am Wochenende solls sogar noch schöner werden. (50 Grad Fahrenheit entsprechen 10 Grad Celsius - 65 Grad Fahrenheit wie am Sonntag heißen für uns also 18°!!!)



hugs and kisses

Patricia

Chronik einer Reise - der Flug

Ausblick aus unserem Hotelzimmer
Für alle die richtig neidisch waren:
auch hier ist irgendwie Winter
Da ich davon ausgehe, dass so ziemlich jeder der dies hier liest, schon mindestens ein Mal in ein Flugzeug gestiegen ist um eine oder zwei Wochen im sonnigen Süden zu verbringen, werde ich mich jetzt nicht weiter mit dem ersten Teil der Reise befassen. Es sei nur so viel gesagt, es war verdammt früh (der Wecker klingelte um genau 15:13 was ich komisch finde, aber ich denke Phil Handy Uhr geht ein bisschen richtiger als meines) und ich war verdammt müde. Das Einchecken usw. am Münchner Flughafen war wie gewohnt unproblematisch... und da beklagen sich die Leute über die Deutsche Bürokratie.


So der Flug also … Munich Airport – Hartsfield-Jackson International Airport Atlanta … Flugzeit 10:05 Stunden … Fazit?


Eindeutig weniger schlimm als erwartet, auch wenn ein Upgrade in die geräumigere Economy Comfort Class mit ihren zusätzlichen 10cm Beinfreiheit leider nicht mehr möglich war. Ich will hier aber nicht für andere sprechen denn… naja… ich bin halt schon ziemlich klein. Grundsätzlich ist Fliegen für mich sowieso kein Problem, ich fürchte mich weder beim Abheben, noch beim Landen und auch Turbulenzen, von denen es vor allem zwischen Island und Grönland einige gab, lassen mich kalt. Rund um uns saßen weder quengelige kleine Kinder oder großkotzige Touristen – alles pippifein.
Zusätzlich kommt noch der im Vordersitz eingelassene kleine Bildschirm hinzu, der unter anderem auch eine schöne Auswahl an in Etwa 50 Filmen bietet, manche davon (ca 10 schätze ich) sogar auf Deutsch. Mir half das alles wenig, da ich als Fernsehjunkie die meisten ohnehin schon gesehen hatte. Um mich auf die bevorstehenden Monate vorzubereiten habe ich mich dann aber für den Originalton entschieden und kann nun die Filme „30 Minuten oder Weniger“ , „Drive“ (Ryan Gosling :D!!!), und „Bridesmaids“ von meiner IMDB Watchlist streichen. (ersterer war, wie es sich für einen Film mit Jesse Eisenberg gehört, sehr lustig)
Flugzeugessen ist für mich, im Gegensatz zu manch anderen in Massen servierten Lebensmitteln, keine Qual, auch wenn ich mich frage, wie so manche eher fülligere Amerikaner mit den kleinen Portionen zurechtkamen, denn auch ich hatte nach meiner Gemüselasagne nicht unbedingt das Gefühl jetzt komplett satt zu sein. Eine kleine Bemerkung noch am Rande, die es wert ist hier noch erwähnt zu werden: Ich hörte wie sich die amerikanischen Stewardessen über die deutschen Fluggäste mit ihrem übermäßigen Bierkonsum beschwerten. Offensichtlich hat sich der „Bier mit Alkohol Vorrat“ schon dem Ende zugeneigt.

Mein Part-Time Schreibtisch
und die obligatorische Tasse Tee
Wir sind also nach 10 Stunden in der Luft dann endlich gelandet. Vorher mussten aber noch zwei komische Wisch (ich nenne sie mal so da ich die richtige Bezeichnung vergessen habe) ausgefüllt werden. Einer war für den Zoll und betraf uns eigentlich nicht, da wir weder Lebensmittel, noch Saatgut oder sonst welche Dinge zum Weiterverkauf in die USA eingeführt haben (was im Nachhinein betrachtet nicht richtig war, da ich eine Packung Yogi Tee im Koffer hatte). Der andere Zettel musste nur von Nicht Amerikanern die nicht mit dem ESTA (also Touristenvisum für 3 Monate) einreisten ausgefüllt werden. Alles so weit so gut, ich hasse Formulare… aber das wisst ihr ja.
Wie es dann am Flughafen weiterging erfahrt ihr sobald ich das Hotelzimmer etwas aufgeräumt habe. Vorhin hat hier auch noch das Telefon geläutet und ich so „Wer zum Teufel ruft mich hier an?“ aber es war nur die Dame von der Rezeption die mich auf einen bevorstehenden Feueralarmtest vorbereiten wollte. Bin schon mal gespannt wie das hier klingt.


hugs and kisses


Patricia

Chronik einer Reise - 21 Stunden on the Road

Für euch ist jetzt schon Nachmittag, ihr habt das Mittagessen hinter euch gebracht und hofft, dass die nächsten 2 Stunden bis zum Feierabend so schnell wie möglich vergehen. Für mich ist es gerade mal 9 Uhr vormittags, ich hatte ein eher leicht verstörendes Frühstück (mehr dazu später) und eine angenehme Nacht auf einem viel zu hohen Boxspring Bett. Jet Lag? Was ist das? Zumindest im Moment macht es nicht den Anschein, als würde meine innere Uhr falsch eingestellt sein. Das kann aber auch daran liegen, dass ich schon zu Hause viel zu spät ins Bett gegangen bin und morgens dann kaum aus dem Bett kam. Das passiert nun mal wenn man 3 Wochen am Stück zu Hause ist und nicht viel zu tun hat was unbedingt zur frühen Stunde erledigt werden muss.

Die Anreise war… anstrengend. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so erschöpft ins Bett gefallen bin. Hier eine kurze Aufstellung des Ablaufs.

Das nenn ich mal einen Flughafen
  • 5:15 – Der Wecker klingelt
  • 5:45 -  der Taxi Flughafentransfer holt uns vor der Haustüre ab und bringt uns nach München
  • Ca. 7:30 – Einchecken und Gepäckaufgabe, danach Sicherheitskontrolle und Frühstück
  • 8:50 – Boarding
  • 9:30 – Abflug am Flughafen München
  • 13:50 (19:50) – Landung am Hartsfield-Jackson International Airport Atlanta
  • Ca. 14:00 (20:00) – Passkontrolle, Gepäck abholen, Zollkontrolle, Gepäck wieder aufgeben (?), Sicherheitskontrolle, Gepäck wieder abholen (what the?)
  • 15:00 (21:00) – Fahrt mit dem Flughafenzug zum Car Rental Terminal – Car Renten bei Avis :D
  • 16:10 (22:10) – Verlassen des Autoparkhauses in Atlanta / Georgia in Richtung Norden auf der Interstate 75
  • Ca. 19:40 (1:40) – Ankunft im Staybridge Suites Hotel in Greenville / South Carolina

unser Zimmer sieht genau so aus

Für alle die schon einmal einen Flug über den großen Teich hinter sich gebracht haben, mag das alles gar nicht so schlimm klingen, immerhin konnten wir uns so glücklich schätzen einen Non Stop Flug ergattert zu haben. Außerdem liegt Greenville ja auf der Ostküste der Vereinigten Staaten und ist daher gar nicht soooo weit weg wie man gemeinhin immer glauben mag. Trotzdem. Für mich war es der erste Flug über 6 Stunden (damals gings auf die Kap Verden) in ein Land in dem ich noch nie war und wo alles ein bisschen (aber nur ein kleines bisschen) anders ist als zu Hause. Genauere Informationen zu den verschiedenen Stationen der Reise werden noch im Laufe des Tages (also für euch  Morgen …  schräg) folgen.

hugs and kisses

Patricia

Samstag, 14. Januar 2012

Eine letzte Nachricht von dieser Seite der Welt

Okey, jetzt gehts also los. Es ist nicht mehr so einfach die richtigen Tasten zu treffen, denn es ist 1am und grundsätzlich denke ich in letzter Zeit (und thanks to some really smart Alien called the Doctor) eher auf Englisch als auf Deutsch. (Man möchte den geringfügigen Alkoholkonsum der zu dem allen noch dazu kommt bitte vernachlässigen). Morgen Nachmittag, also auf mitteleuropäische Zeit umgerechnet um ca 8 am, werden wir uns irgendwo auf der Straße von Alanta nach Greenville befinden. Vielleicht werde ich dann endlich realisieren was gerade passiert, denn im Moment kommt mir alles vor wie ein weit entfernter Traum. So wie wenn man abends einen wirklich guten Film schaut und dann weiter träumt was noch passieren könnte. Es passiert nicht mir, sondern einer Figur in einem Film, oder einer Serie und es ist ganz eindeutig nicht real.. Eine weitere Metapher die mir dazu einfallen würde wäre Milchglas - es lässt das Licht durch, aber keine Bilder... ich hoffe ich kann euch das jetzt etwas begreiflicher machen.


Okey (Phil schimpft mich immer weil man das Wort nicht so schreibt aber OK schaut doof aus) Heute um 5:50 wird uns der Flughafentransfer abholen um uns nach München zu bringen, wo Delta Air als einzige Airline einen Non-Stop Flug nach Atlanta anbietet. Ich mag keine Zwischenlandungen, wer mag die schon? Entweder man bekommt total Panik weil man sich Sorgen über das Gepäck macht, oder mann muss irgendwo in Hamburg warten obwohl man von München nach Zypern fliegen wollte. Wenn man nicht umbedingt ein großer Fan von Duty Free Shops ist bring einem so Etwas so und so nichts. Laut Phil werden wir anscheinend über Grönland fliegen... er begründet das mit der annnäherndern Kugelform der Erde ... ich würds nur verstehen wenns an den Strömungen und Luftbewegungen der Atmosphäre liegen würde. Gut dass ich kein Geologe bin.


OMG . (und das letzte heißt aus feministischen Gründen bitte Göttin)... ich bin wirklich nervös jetzt. Und ich vermisse schon alles. Meine Meerschweinchen, meine Familie, und meine Freunde. Bei letzteren kann ich zumindest einige schöne Andenken mitnehmen. Ein großes Dankeschön geht an Vroni und Betti für die hübschen lila Blumenohringe (LILA!!!) und die einzigartige Kette - ich werde gut darauf aufpassen!


Jetzt sollte ich die mir verbleibenden 4 Stunden Schlaf noch nutzen....


hugs and kisses
wahhh, das wird mein letzter Eintrag von dieser Seite des großen Teiches


Patricia

Mittwoch, 11. Januar 2012

Der gewundene Pfad Richtung Visum Part 2

Ok, alles halb so schlimm, das Visum ist beantragt und bestätigt. Ich … wir … dürfen einreisen. Wär auch ziemlich unpraktisch wenn nicht, immerhin sind Flug und Hotel auch schon gebucht und ach ja … grundsätzlich arbeite ich nicht mehr. Für alle die es etwas mehr interessiert wie so ein Konsulatsbesucht abläuft, gibt’s hier die detaillierte Schilderung.

Hinter der Linie bleiben

Nachdem wir das Konsulatsgebäude (das übrigens nicht die Amerikanische Botschaft an sich, sondern nur eine, von außen nicht durch eine hübsche, gestreifte Flagge gekennzeichnete Nebenstelle ist) gefunden hatten, überraschte uns die Menge an wartenden Menschen im Foyer. Nein, kein Wartezimmer, sondern wirklich der erste Raum nach der Eingangstür, da wo die Lifte und Schilder sind, in welchem Stock sich welches Amt ect. befindet. (Ein Zahnarzt war auch da ?) Grund dafür? Unser Termin war um halb 9 (der erste des Tages was so viel bedeutete wie : um halb 4 aufstehn) und man darf sich erst 5 Minuten davor im 4ten Stockwerk einfinden. Vorher wird man wieder heruntergeschickt. Da es weder da oben, noch unten im Eingangsbereich Sitzplätze gibt, bleibt es sich grundsätzlich gleich, doch nachdem die Uhr 8:25 geschlagen hatte, waren dann doch etwas mehr als nur 5 Leute im 4ten Stock, in dessen „Da wo die Lifte und die Treppen enden“-Raum eindeutig nicht genug Platz für alle Wartenden war um eine sinnvolle Reihe zu bilden – denn wir mussten ja hinter der Linie bleiben.

Elektronische Geräte abgeben

Gleich nachdem man die gelb-schwarz gestreifte Linie dann doch überschreiten darf, muss man seinen Pass abgeben und Mantel und etwaig mitgeführte Taschen (wovon abzuraten ist) auf einem, an den Flughafen erinnernden Laufband abgeben. Das Ganze wird dann natürlich hübsch durchleuchtet, sollte man ja keine Waffen und ähnliche gefährliche Gegenstände (wie etwa Nagelscheren) mitführen. Schließlich wird einem dann mit einem Streifen Papier über die Handflächen gewischt. Der Grund ist mir bis jetzt schleierhaft, nach längerem diskutieren einigten Phil und ich uns dann aber auf einen Indikator für Sprengstoff und andere nicht so angenehme chemische Substanze,n die potentielle Terroristen in den Händen gehalten haben könnten. (Gscheit deppert wenn man das ohne Handschuhe macht!?) Natürlich kommt dann noch eines dieser „Ich piepse wenn du durch mich durchgehst“-Tore, dass bei mir, trotz meiner hohen Schuhe und zum ersten Mal seit Ewigkeiten, stumm blieb. Meinen Mantel und die Mappe mit den Dokumenten (siehe letzter Blogeintrag) durfte ich dann wieder mitnehmen und dann endlich das Konsulat betreten.
Für andere Antragsteller war die Prozedur dann aber doch nicht so einfach wie es jetzt klingen mag. Verboten sind laut dem Informationsflyer und dem Schild am Eingang: Handy, E-Book Reader, Mp3 Player, Laptops, Taschenrechner… Chemische Substanzen, Flüssigkeiten im Allgemeinen es sei denn aus medizinischen Gründen und man hat ein ärztliches Attest dabei, alles Metallische (das beinhaltet auch Münzen, Autoschlüssel ect.) Diese Gegenstände, ausgenommen Computer, kann man aber am Eingang hinterlegen. Ich frage mich, warum diese Sachen (abgesehen von Schlüsseln und Geldbörsen) überhaupt mitgenommen werden, oder war ich die Einzige die vorab darüber informiert wurde?

Wieder einmal Schlange stehen

Grundsätzlich möchte ich vorab gleich einmal sagen, dass ich die komplette Prozedur sehr viel langwieriger eingeschätzt hatte, als die dann im Endeffekt wirklich war, dennoch habe ich etwas dagegen ständig hinter fremden Menschen vor Schaltern stehen zu müssen. Dieses Mal wartete ich darauf, von einer der beiden Konsulatsbeamtinnen (die auch hier fließend Deutsch sprachen und wahrscheinlich gar keine Amerikanerinnen waren) aufgerufen zu werden. Sie fragte mich lediglich, was ich denn vorhabe in den 4 Monaten zu machen, und warum es keine 3 Monate sein können (denn dann wäre ein ganz normales Touristenvisum möglich, wofür man nur einen Fragebogen im Internet ausfüllen müsste). Nachdem ich ihr aber erklärte, dass der Herr im schwarzen Mantel am Schalter nebenan mein Freund sei und aus beruflichen Gründen rüber müsste, war alles Friede, Freude, Eierkuchen und unsere beiden Anträge wurden bevorzugt behandelt. Phil war mal wieder sehr viel wichtiger als alle anderen, die nur als Au Pair oder Besucher in die USA einreisen wollten. Seine Dokumentenmappe war auch in etwa 4mal so dick wie meine, da mit Empfehlungsschreiben und Beschreibungen über seine Tätigkeit gefüllt. Aus diesem Grund wurden von mir, abgesehen vom Visumsantrag selbst und der Bankbestätigung über die Zahlung der Gebühr dafür, nur der Pass verlangt. Niemand wollte meine Kontoauszüge, Mietvertrag usw. sehen.  Und ich hab mir solche Mühe gegeben. :D

Meet de Konsul

Der Letzte Abschnitt beinhaltet ein Gespräch mit einem der Konsuln persönlich. Ja die heißen wirklich so, und mal abgesehen von einer normalproportionierten Nase sah unserer, mit seinen grauen Haaren, einem Julius Cäsar gar nicht so unähnlich. Naja, er war ein Mann mit grauen Haaren… er hätte jeder sein können – aber er war Konsul.
Bevor man aber zum Gespräch aufgerufen wird, darf man wieder warten – dieses Mal auf Stühlen (!) bis man zu einem der beiden Fenster gerufen wird. Ich dachte, man würde da in separaten Räumen sein Anliegen vortragen, aber stattdessen kann jeder andere Anwesende mithören. Sehr diskret und ein bisschen an einen Bahnschalter erinnernd. Auch hier lief alles, aufgrund Phils VIP Stellung (woah, daran muss ich mich gewöhnen) wieder etwas schneller als sonst und wir wurden beide gemeinsam aufgerufen. Zu mir meinte er nur, er habe B2 begleitend zu L Visums Anträge die bis zu 2 Jahre dauern würden, deswegen wären meine 4 Monate kein Problem und nachdem Phil erklärt hatte, dass er beim „planning a plant in Tennessee“ (sooo viele Doppelbuchstaben!) helfen würde bekamen wir einen kleinen Stempel samt Unterschrift auf unsere Anträge und mussten erfahren, dass es, obwohl das Visum nun genehmigt war, noch bis Donnerstag dauern würde bis alles fertig wäre und wir aus diesem Grund unsere Pässe lieber persönlich wieder hier abholen sollten. Es ist der österreichischen Post offensichtlich nicht möglich, ein eingeschriebenes Kuvert innerhalb eines Tages im eigenen Land zuzustellen. Na gut. Fein. Bestätigt nur meine Vorurteile gegen die Einrichtung mit dem gelben Posthorn. Hauptsache ich darf jetzt einreisen. :D
Doof nur, dass sich unsere Hauptstadt so ganz und gar nicht im Zentrum des Landes befindet.

General Updates:

  • Neuer Meerschweinchenstall gekauft zur Übersiedulng zur Schwiegermutter - jetzt fleißig dabei den Piggies das Treppensteigen wieder beizubringen.
  • Meine Lieblingsklamotten in einen Koffer gepackt und mich gewundert dass alles Platz hat.
  • Zusatzversicherung abgeschlossen.
  • Hotel für die ersten 2 Wochen und den Flug (leider nur Economy und nicht Economy Comfort) gebucht.
  • Sich von fast allen besten Freunden, Familie ect verabschieden - bis jetzt keine Tränen.

hugs and kisses

Patricia

Freitag, 6. Januar 2012

Der gewundene Pfad Richtung Visum

Nein, ich bin nicht wie vom Erdboden verschluckt einfach untergetaucht oder habe beschlossen nach einem lausigen Blogeintrag gleich gar nicht mehr zu schreiben - so einfach werdet ihr mich nicht los. Ich war nur nicht im Lande. Wer mich kennt, und ich hoffe dass fast alle die das hier lesen der Meinung sind das zu tun (ansonsten - geh und besorg dir ein Privatleben) weiß, dass es mir fast unmöglich ist ein paar Monate am Stück nicht auf Urlaub zu fahren. Aus diesem Grund habe ich den Silvester Abend und noch ein paar weitere Tage danach in der schönen tschechischen Hauptstadt verbracht. Da es in diesem Blog aber weder um meine Kurztrips in den Norden oder um Neujahrs Vorsätze (die ich übrigens gar nicht habe) geht, würde ich diejenigen unter euch, die sich weiter darüber informieren wollen und der englischen Sprache mächtig sind gerne auf meinen zweiten Blog verweisen. Bis jetzt ist allerdings erst der Bericht des ersten Tages online.



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gibts um ca 18€ bei Amazon
Da sich unser Konsulatstermin am 10ten Jänner ziemlich rasch nähert werde ich diesen Blogeintrag den umständlichen Wegen ein amerikanisches Visum zu erhalten, widmen. Dabei werde ich einige Absätze aus einem Buch zitieren, das mir schon bei so einigen fragwürdigen Themen weitergeholfen hat. 
Ehrlich, wer irgendwie vor hat, einige Zeit, und sei es nur als Tourist, im Land über dem großen Teich ein paar Wochen zu verbringen, tut nicht schlecht daran ein bisschen darin zu schmökern. Grundsätzlich unterscheidet sich die USA nicht so gravierend von Mitteleuropa. Aber hin und wieder wird man schon ein paar Hinweise entdecken mit denen man ganz und gar nicht gerechnet hätte.
Die ersten Kapitel sind für mich zwar nicht wirklich von großem Nutzen, da ich weder vor habe in den USA zu Arbeiten, mir dort eine Versicherung zuzulegen oder ein Haus zu kaufen, aber dennoch ist es sehr interessant, eine Vorstellung davon zu bekommen wie lausig die Krankenversicherungen oder wie grottenschlecht isoliert die Neubauten sind. Europe rulez - zumindest wenn es um Wärmedämmung und gratis Zahnbehandlungen geht.
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Anders als mein Freund, der aufgrund seiner unersetzbaren, technischen Fähigkeiten ein so genanntes L1 - oder Arbeitsvisum beantragen konnte, musste ich auf ein verlängertes Touristenvisum zurückgreifen.  Zuerst aber noch ein bisschen was über das L1 Visum selbst. Laut meinem schlauen Buch handelt es sich:

"um ein Visum für die firmeninterne Entsendung, wenn der betroffene Arbeitnehmer bei der Muttergesellschaft, einer Filiale, einem angeschlossenen Unternehmen oder einer Tochtergesellschaft des  bisherigen Arbeitgebers als Manager, leitender Angestellter oder spezialisierte Fachkraft arbeiten wird."

Das ist hier offensichtlich der Fall. Eine Arbeitserlaubnis gäbe es für mich nur im Fall einer Eheschließung. Trotzdem müsste ich dann ein Formular usw bei der Einwanderungsbehörde ausfüllen und die Bearbeitung dauert dann 4-5 Monate - Für uns also Nonsense.

Mein Visum nennt sich B2 Visum - ein Besuchervisum zu touristischen Zwecken. Es ist im Gegensatz zu den 3 Jahren des L1 Visums nur für 6 Monate gültig. Die Beschreibung in meinem Buch lautet so:

"Wer einen Antrag auf ein Besuchervisum stellt, muss durch den Nachweis familärer und beruflicher Bindungen im Heimatland glaubhaft machen können, dass er keine Absicht hat, dauerhaft in den USA zu bleiben, und zudem über ausreichende Mittel für die Finanzierung des Aufenthalts verfügen, da eine Erwerbstätigkeit grundsätzlich nicht erlaubt ist."

Für meinen Besuch am Konsulat musste ich eine kleine Mappe mit verschiedenen Unterlagen zusammenstellen:
schau ich nicht total überzeugt und fröhlich aus?
  • Mein neuer Reisepass (incl Fingerabdruckscans)
  • 1 original Passfoto nach amerikanischem Standard (quadratisch)
  • Passkopie
  • Einen Bankbeleg über die Zahlung der Visa Gebühr
  • Ein Konsulat Begleitschreiben (???)
  • Kopie Arbeitsvertrag 
  • Kopie Mietvertrag
  • Kopie der Kontoauszüge der letzten Monate
  • und... ein frankierter Rückumschlag (lol)


    Außerdem musste ich einen höchstintelligenten Fragebogen ausfüllen, der zwar großteils mit grundsätzlichen Angaben gefüllt war (bisherige Jobs, Schulausbildung, Eltern, alle Länder in denen ich je war usw...) aber auch einige sehr irritierende Fragen stellte von denen ich hier die lustigsten gerne aufführen möchte:

    44. Reisen Sie in die USA, um der Prostitution oder einer anderen Form der Sittenwidrigkeit nachzugehen oder sind Sie in den vergangenen 10 Jahren der Prostitution oder Zuhälterei nachgegangen?

    45. Hatten Sie jemals mit Geldwäsche zu tun oder beabsichtigen Sie dies?

    46. Haben Sie jemals innerhalb oder außerhalb der USA eine Straftat im Bereich Menschenhandel begangen oder sich dazu geschworen eine solche Straftag zu begehen?

    50. Beabsichtigen Sie, sich während Ihres Aufenthalts in den USA an terroristischen Aktivitäten zu beteiligen oder waren Sie jemals an terroristischen Aktivitäten zu beteiligt?

    53. Haben Sie jemals Völkermord angeordnet oder begangen, dazu angestiftet , dabei geholfen oder sich in anderer Weise daran beteiligt.

    Und die Liste geht weiter....

    Und wens interessiert: Mein Buch hat jetzt schon 7 tolle Kapitel... Es wären mehr, aber mir ist eine Stadt namens Prag dazwischengekommen.
    Außerdem habe ich mir aufgrund der nahenden großen Veränderung als logische Konsequenz meine Haare abgeschnitten.

    hugs and kisses

    Patricia

    Mittwoch, 28. Dezember 2011

    3 weitere Wochen, Nervositätsprobleme und ein Buch ohne Namen

    Der erste Blogeintrag ist immer etwas schwierig.

    Man soll die Leute immerhin dazu bringen weiterzulesen, Interesse wecken und sie nicht verschrecken (bin mal wieder sehr poetisch heute). Ist ja nicht so, dass ich glaube nicht schreiben zu können. Wer mir in den letzten Wochen aufmerksam (oder auch nicht so aufmerksam, denn immerhin hab ich es tausendmal wiederholt) zugehört hat, weiß, dass ich vorhabe einen Bestseller zu schreiben. Das wäre gerade so als würde ein Mensch ohne Schauspielausbildung aus irgendeinem unwichtigen Land Europas (Sprich : Österreich) beschließen nach Hollywood zu gehen und gleich einen Blockbuster zu drehen.  Größenwahn liegt mir im Blut. Nein jetzt im Ernst. Ich habe jetzt verdammt viel Zeit. Ein bisschen zu viel vielleicht aber wenn ich weiterhin brav jeden Tag um 8 Uhr aufstehe schaffe ich es möglicherweise sogar mal vor Mitternacht ins Bett zu gehen.

    Und ich mache Fortschritte. Die ersten 2 Kapitel sind schon fertig und der Plot für das dritte steht schon seit Monaten. Ich habe ja keine Ahnung vom Schreiben, aber ich denke schon, dass es eher ungewöhnlich ist, irgendwo in der Mitte gedanklich anzufangen (sprich 3tes Kapitel), das nächste Kapitel dann aufzuschreiben, ewig zu warten und zu planen und dann erst von vorne zu beginnen. Trotzdem, ich bin stolz – etwas zu stolz, wenn man die große Wahrscheinlichkeit bedenkt mit der ich scheitern werde. Wer sich also freiwillig als „Testleser“ meldet, steht ganz tief in meiner Schuld. Und keine Angst, soweit ich das bis jetzt einschätzen kann, gibt es keine negativen Nachwirkungen. (Außer vielleicht schlaflose Nächte weil man unbedingt wissen will wies weitergeht – da schon wieder!) Alle die sich da jetzt melden wollen (oder in irgendeiner Art dazu gezwungen werden) können sich gerne unter patricia.muehlbacher@googlemail.com anmelden :D

    Eigentlich geht es hier aber nicht um das Buch für das ich noch keinen Titel habe, wenn das Ganze aber doch ein bisschen Anklang findet, kann man sich ja auf einen weiteren Blog zu diesem Thema einigen.

    Also … Amerika.

    da wo der rote Punkt ist
    South Carolina, Greenville – eine Kleinstadt im Nordwesten des Bundesstaates – in etwa 50 – 60.000 Einwohner. Klein für amerikanische Verhältnisse. Alles was bei uns irgendwie groß wirkt (wie zum Beispiel ein VW Tuareg oder eine zwei Liter Flasche Orangensaft) ist drüben überm großen Teich unwichtig klein. Ich bin sowieso klein, mich stört das nicht und ich bin es gewohnt von so ziemlich allem überwältigt zu werden. Das ist der Nachteil an so schlechten Augen denke ich; alles was ich sehe ist irgendwie ein bisschen zu weit weg und ein bisschen zu groß.

    Ich habe keine Angst, grundsätzlich würde ich nicht mal sagen, dass ich nervös bin. Noch nicht. Ich wäre aber gerne nervös, das ist doch das Schönste an Reisen aller Art. Wahrscheinlich habe ich mir das Ganze Vorfreudegefühl durch mein dauerndes Urlaubfahren ein bisschen kaputt gemacht. Ich verspreche euch aber, dass ich, wenn es mal so weit ist, wie ein hysterischer Hamster der an einen riesigen Gummiball gebunden wurde auf und ab springen werde. (Ja richtig, ich mag keine Hamster , die sind so schrecklich klein und zerbrechlich)

    Die ganze Geschichte hat sich ohnehin um 2 Wochen verschoben. Offensichtlich sind Touristenvisa (wie meins) sehr viel unwichtiger als Visa für superwichtige Fachkräfte (aka Phil) und daher ist meine Wartezeit um das 4 fache länger als seine. Unser Termin am Amerikanischen Konsulat ist am 10ten Jänner … und bis dahin… schlafe ich jeden Tag bis 8 (und das nenne ich Luxus), stehe auf um in meinen beiden Blogs zu schreiben, tippe ein paar Kapitel nieder … und ja vielleicht fange ich irgendwann mal an zu packen. Wenn mir danach ist.

    hugs and kisses

    Patricia