Posts mit dem Label Einkaufen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Einkaufen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 3. Mai 2012

Root Beer - Angriff auf die Geschmacksknospen


Root Beer – übersetzt „Wurzel Bier“, ist kein Bier im  herkömmlichen Sinne; weswegen wir Weißbier verwöhnten Österreicher und Bayern zuallererst angeekelt das Gesicht verziehen, noch einmal kosten, nur um dann zu beschließen, dass dieser süße, alkoholfreie Soft Drink das Furchtbarste ist, was unsere Geschmacksknospen jemals zu Gesicht bekommen haben.


Die berühmteste Root Beer Marke A&W
Aber wonach schmeckt dieses, soweit ich weiß nur bei US Amerikanern und Kanadiern beliebte, Getränk eigentlich? Früher hauptsächlich aus der Wurzelrinde des Sassafrasbaumes (und vielen anderen Zutaten wie Vanille, Wacholder und Süßholz) gebraut, wird diese wichtigste Zutat heute ausschließlich durch künstliches Aroma ersetzt, da diese Zungenbrecher-Pflanze, auch als Fenchelholz- oder Nelkenzimtbaum bekannt, auf Dauer krebserregend ist. Root Beer ist also, wie so vieles in den USA, unecht. Vielleicht ist das unter anderem auch ein Grund dafür, dass es die braune Brause nie über den Atlantik geschafft hat. Eine andere Theorie besagt allerdings, dass unsere Zahnärzte früher ein Mittel verwendet haben, welches ähnlich schmeckt und wir daher unter einem frühkindlichen Trauma leiden, sobald wir den süß-bitteren Geruch vernehmen.
ein Sassafras Baum

Nebenbei bemerkt. Ist es nicht eigenartig, dass ein ehemals krebserregendes Getränk, genauso wie Coca Cola und Ginger Ale (nicht dass die gesundheitsgefährdend sind), vormals ausschließlich in Apotheken verkauft wurde?

Mir egal, ich find‘s gut. Ja ehrlich. Vielleicht bin ich auch schon zu lange in den USA, denn die ersten paar Male ging es mir wie jedem Menschen mit germanischem Blut. Ich musste es sogar beinahe ausspucken und jetzt wo ich es mir so überlege; gibt es nicht eine Zahnpasta die so schmeckt? Aber dann bin ich auf etwas gestoßen, das den Genuss von Root Beer erheblich steigert, sogar beinahe köstlich macht. Gut, man kann hier nicht pauschal vom Root Beer Genuss sprechen, denn die verschiedenen Hersteller bieten eine größere Vielfalt als österreichische Brauereien.

ROOT BEER FLOAT

Root Beer Float - Nomnom

Ein Float ist grundsätzlich die ungesunde, Amerikanische Variante unseres Eiskaffees. Stadt der braunen Brühe wird die obligatorische Kugel Vanilleeis (in manchen Fällen auch Schokolade ect.) allerdings in einem Glas Soft Drink versenkt, was aufgrund des hohen Kohlensäuregehalts erheblich schäumt und daher auch nicht besonders appetitlich aussieht. Darauf kommt noch ein bisschen Brause und eine schöne Schlagobers Haube, auf die ich aus Gesundheitsgründen verzichtet habe. Ist bei diesem speziellen Getränk aber auch nicht üblich.

Wird nun Root Beer verwendet handelt es sich (logischerweise) um einen Root Beer Float – auch Black Cow, im Falle von Schokoladeneis auch Brown Cow,  genannt.
Interessiert? Kaufen kann man die Rarität unter anderem bei Karstadt und im Internet



hugs and kisses

Patricia 

Sonntag, 15. April 2012

Der Fake im Zuckerkostüm


Zucker der keiner ist… Klingt verdächtig nach Süßstoff oder Stevia. Aber auch das ist falsch gedacht. Echten Rohr- oder Rübenzucker wird man in den hiesigen Backwaren und Süßigkeiten nur finden, wenn man im Bioladen kauft oder die leckeren Gaumenfreuden selbst herstellt. Dasselbe gilt für Softdrinks. Was aber macht die amerikanischen Lebensmittel dann so viel süßer wie es unsere europäischen Gaumen gewöhnt sind? Dass man in ein Hefeprodukt wie Brot etwas Zucker hineingeben muss, ist jedem Hobbykoch klar, aber dass eine Scheibe Toast eher nach Brioche schmeckt als nach Weißbrot, verwundert dann doch. Ein Blick auf die Zutatenliste der Verpackung wird es einem verraten:

High Fructose Corn Syrup

Jetzt da der Übeltäter auch einen Namen hat, wird schnell klar warum Produkte wie Coca Cola leicht anders schmecken. Warum aber rege ich mich so darüber auf?
Maissirup ist ein Süßmittel, dass beim Großteil der amerikanischen Lebensmittelherstellung verwendet wird. Der Grund dafür ist einfach: Da Mais in den USA zum einen in viel größeren Mengen angebaut und zum anderen subventioniert wird, Zucker aber verzollt werden muss, ist der Corn Syrup einfach billiger. Bei uns in Europa ist es glücklicherweise anders herum (Zucker ist billiger), denn Mais Sirup wird vom Körper schneller in Fett umgewandelt. Jetzt haben wir auch das Geheimnis der Menge an übergewichtigen Menschen in den USA gelüftet.
Im Moment könnten wir allerdings vielleicht „normal“ schmeckendes Cola in den Regalen finden. Denn während des jüdischen Pessach-Festes (7-14.4), auch Passover genannt, wird die „gesündere“ Variante des Getränks importiert, da Maissirup nicht als koscher gilt.

Was genau ist Maissirup?

Ihr habt es sicher schon tausendmal auf angeblich Zucker freien Lebensmitteln, vorallem Limonadem gelesen: „Glucose-Fructose Sirup“, das ist der Corn Syrup von dem ich hier rede. Ein Produkt aus Mais Stärke mit sehr viel höherer Süßkraft als normaler Zucker, der in der Fachwelt als Saccharose bezeichnet wird. Durch die Verminderung des Glucose- und der Vergrößerung des Fructose- Anteils bekommt man viel mehr Süße für die gleiche Menge an Süßstoff.
Immer noch nicht klar? Die aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr hergestellte Saccharose besteht zu je 50% aus Glucose und Fructose in der Form von Zweifachzucker, High Fructose Corn Syrup allerdings hat einen höheren Fructose Anteil und besteht aus Einfachzucker. Das mag jetzt unwichtig und harmlos klingen, ist es aber nicht, denn das ist der Grund, weshalb der menschliche Körper den Fake-Zucker so viel einfacher verarbeiten kann und daher schneller an Gewicht zunimmt. Außerdem wird das notwendige Sättigungsgefühl bei Fructose sehr viel später ausgelöst (hat irgendwas mit Insulin zu tun, bin aber leider weder Chemiker noch Biologe oder sonst was). Na dann mal ein großes Danke an Europa mit seinem richtigen Zucker und der Tatsache, dass wir hier ohnehin viel weniger süßen und vor allem keinen Maissirup in unsere Babynahrung schütten!

Noch eins zum Schluss: Wusstet ihr, dass der durchschnittliche Amerikaner 20% seines täglichen Kalorienbedarfs aus Getränken bezieht? Das wäre früher vielleicht nicht ganz so katastrophal gewesen, aber seitdem die beiden großen Softdrink Hersteller Coca Cola und Pepsi im Jahr 1984 (2 Jahre nach dem Beginn der Einfuhrbeschränkungen für Zucker, so ein Zufall…) aus Geldgründen beschlossen haben die Saccharose in ihrem Sprudel durch Corn Syrup zu ersetzen, sollte man sich doch Gedanken darüber machen, wenn man das nächste Mal einen amerikanischen Supermarkt betritt. Wann hat das mit den übergewichtigen Amerikanern noch mal angefangen? ... Genau!

Hugs and Kisses
Patricia

Donnerstag, 1. März 2012

Frozen Yogurt und ein Früh-Früh Sommer

Wenn die Luft leicht nach Asphalt und gemähtem Gras riecht, wenn man anfängt offene Schuhe zu tragen und ein Aufenthalt am Pool mehr als nur Wunschdenken ist, dann ist der Sommer da. In Österreich. Hier ist es einfach nur März. Ja richtig gehört. Ich sitze an einem hübschen, gusseisernen Tisch am Pool unserer Community und habe mich ob der Hitze sogar in den Schatten verzogen. (nicht nur wegen der lästigen Spiegelungen im Bildschirm) Das Kleid das ich trage, kann man zu Hause nur von Juni bis August außerhalb meines Kleiderschranks antreffen und meine spanischen Leder-Ballerinas freuen sich darüber endlich mal wieder ausgeführt zu werden. Es ist März…und es ist Sommer.


Eingeleitet habe ich diesen schönen Tag mit einem großen Häferl Frozen Yogurt von Yogurt Mountain (klicksi für Homepage), nur ein paar Straßen entfernt und zu Fuß in etwa 20 Minuten zu erreichen. Gefrorenes Joghurt? Ja richtig. Etwas, was wir Provinzler aus dem Innviertel nur aus amerikanischen Fernsehsendungen oder dem gelegentlichen Besuch in der Landeshauptstadt kennen, und dazu noch eine der besten, erfrischenden Delikatessen die es meiner Meinung nach gibt.

Ich zitiere für euch mal, in meine Worte umgewandelt, unseren guten Freund Wikipedia:

Frozen Yogurt ist ein, dem Speiseeis verwandtes Dessert, das hauptsächlich aus Joghurt und Magermilch hergestellt wird. Da keine Sahne verwendet wird, ist der Zucker- und Fettgehalt deutlich niedriger als bei normalen Eiscremes; manche Sorten sind sogar mit dem, für die Amis offensichtlich wichtigen Prädikat „Fat Free“ ausgezeichnet. Frozen Yogurt ist daher die gesündere Alternative und für alle die, so wie ich, Joghurteis über alles lieben, das Großartigste auf der ganzen Welt.
Weil es eben soooo gesund ist (jaja, Zucker is trotzdem drin, keine Angst) hat es, seit seiner Erfindung in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderst, vor allem in den USA eine große Popularität erlangt wo man es auch verpackt in der Tiefkühlabteilung kaufen kann. Dem Plastik Geschmackserlebnis vertraue ich aber nicht, und da unser Yogurt Mountain eh nur ums Eck, und daher näher als der Supermarkt selbst, ist, stellt sich mir die Frage gar nicht.

Wie läuft das also ab, wenn man Frogurt kaufen will?

Zuerst hat man die Wahl zwischen zwei verschieden großen Kartonbechern (6 und 12 Unzen soweit ich mich erinnern kann), so wie man sie bei jeder Eisdiele zu Hause auch bekommt, wenn man sich gegen die grausligen Waffel- oder die köstlichen Buttertüten entscheidet.
Dann kommt die Qual der Wahl, denn obwohl man hier nur zwischen ca. 12 verschiedenen Frozen Yogurt Sorten, die regelmäßig wechseln, wählen kann, gibt es noch unzählige andere Variationen in Form von Toppings und Saucen.
Meine Lieblingskombination ist folgende:

Lemon Tarte Frozen Yogurt (also Zitronen-Topfentorte) / Erdbeeren, Bananen und Cheesecakecrumbles (also Topfentortenkrümel) als Topping / Zitronensauce

Abgesehen von den gesunden Früchten und Keksstücken gibt es aber auch noch viele andere Überraschungen an der Toppings Theke wie bunte Streusel in allen Farben, Nüsse, Smarties, Schokoladenflocken und vieles mehr. Die Saucen gibt es entweder in der herkömmlichen Variante oder einige Sorten wie Karamell, Marshmallow oder Schokolade auch warm. Ich glaube man könnte jeden Tag des Jahres (ja auch eines Schaltjahres wie diesem) ein Frozen Yoghurt essen und würde nie zwei Mal das Selbe im Becher haben.

Gezahlt wird nach Gewicht. Da ich mich meistens für die schwereren Obststücke entscheide, kostet mein Becher mit zwei Fogurt Sorten zwischen 4 und 5 Dollar – also etwas mehr als 3 Euro. Im Vergleich  mit den meisten Eisdielen zu Hause eigentlich ein Schnäppchen.

hugs and kisses

Patricia

Freitag, 10. Februar 2012

der kulinarische Süd-Osten der USA

Jeder, der vor unserer Abreise mit mir gesprochen hat oder hin und wieder diesen Blog besucht, kennt meine irrationale Angst, die körperlichen Ausmaße der durchschnittlichen Amerikaner anzunehmen. Eigentlich habe ich zwar, aufgrund der zusätzlichen Freizeit, das Gefühl mich gesünder zu ernähren, aber wer weiß,was die hier in ihr Essen spritzen. Was mich allerdings total überrascht (und gefreut) hat, ist die Tatsache, dass ich die typische Südstaatenküche, wie sie hier in South Carolina heimisch  ist, absolut fantastisch finde. Das habe ich Großteils Phils Arbeitskollegen Paul zu verdanken. Zwei Mal in der Woche bringt er uns die Gerichte der Gegend näher und die Restaurants in denen diese  Geschmacksknospen - Schulung stattfindet haben so schöne Namen wie
       oder      

Nach ein bisschen Internetrecherche komme ich jetzt aber zum Punkt:

Was sind die spezifischen Merkmale der Südstaatenküche?

Um das zu erklären möchte ich zuerst mal das Gebiet eingrenzen. Die Südstaaten umfassen alle Staaten die sich während des Bürgerkriegs. Mitte des 19. Jahrhunderts zu den „Confederate States of America“ zusammengeschlossen haben: Virgina, North und South Carolina, Georgia, Florida, Tennesee, Alabama,  Mississippi, Arkansas, Louisiana und Texas. Obwohl diese Gegend ja doch sehr groß ist, (an alle die jetzt Google Maps aufmachen: Shame on you!) gibt es nicht so viele kulinarische Unterschiede wie zB. zwischen Österreich und seinen Nachbarländern. Die einzigen wichtigen regionalen Abweichungen betreffen die Tex Mex Küche in Texas (wer hätte das gedacht?) und die kreolischen Einflüsse in Louisiana. Die haben wir aber hier in South Carolina nicht. Was wir aber haben ist „Kentucky Fried Chicken“ und „Coca Cola“ – beides Produkte aus dieser Region.

Obwohl die Amerikaner eher dazu tendieren, Rindfleisch und Huhn zu verspeisen, ist das Schweinefleisch in der Südstaatenküche gut etabliert. Rippchen und Speck, Schinken und Barbeque – alles wichtige Elemente. Doch nicht alles ist furchtbar ungesund. South Carolina ist sogar, nach Florida, der Staat mit der zweitgrößten Pfirsich Ernte in den USA. Gemüse spielt aber eine noch größere Rolle, auch wenn sich die Zubereitung und auch die Gemüsesorten sehr von dem unterscheiden, was wir Österreicher zu unserem Steak servieren. Apropos Steak – die Qualität lässt sich nicht einmal mehr vergleichen. Wer glaubt zu Hause ein gutes Steak gegessen zu haben, wird sich an den Kopf greifen sobald er einmal in "Longhorn Steakhouse" diniert hat. :D

Leider ist es mir nicht möglich alle Gerichte und Themen die mir dazu einfallen gebührend zu behandeln. Aus diesem Grund denke ich, dass es in Zukunft noch einige Blog Artikel zur regionalen Kochkunst geben wird. Heute möchte ich einfach ein paar Produkte und Gerichte vorstellen, die einen großen Eindruck hinterlassen haben.

Die 4 essentiellen Saucen für ein BBQ

Natürlich mussten wir einmal ein richtig Amerikanisches BBQ genießen und welches Restaurant wäre dafür besser geeignet als ein Ort mit dem klingenden Namen „Sticky Fingers“ – Klebrige Finger. Die kriegt man auch wirklich, wenn man die Ripperl in der Art und Weise bestellt, wie sie sein sollten: Am Stück. Dazu werden verschiedene Beilagen (Sides) bestellt, wobei, je nach Gericht, 2 oder 3 inkludiert sind. Man kann aus einer großen Vielfalt von Gemüse, Kartoffelgerichten und sogar den obligatorischen Makkaroni mit Käse wählen. Am Wichtigsten ist allerdings die Auswahl der verwendeten Sauce, die wird nämlich nicht im Nachhinein auf die köstlichen Fleischhappen gekippt sondern schon in der Küche zum Braten verwendet. Hier werden dann die Unterschiede zwischen den Staaten gut erkennbar, denn jede Gegend hat ihren eigenen Stil. Nicht erwähnt wird hier die Zubereitungsart in Kentucky (trocken mit Salz eingerieben) oder Alabama (auf Majonaise basierende Saucen) aber die gehören ja auch gar nicht wirklich zu den Südstaaten.

Folgende Sorten stehen zur Auswahl:

Memphis Original (Tomatenbasis – die “typische” Barbeque Sauce)
Carolina Classic (Senfbasis – mögen laut Paul nur die Leute aus dieser Gegend... und ich)
Carolina Sweet (mit extra Honig)
Tennessee Whiskey (Der Name sagt alles - ganz und gar nicht mein Geschmack)

Okra

Noch nie gehört? Ich auch nicht. Okra hat aber viele Namen. Etwa Gemüse Eibisch auf Deutsch, Quiabo in Brasilien, Ladyfingers in Südasien und Bamya in den arabischen Ländern und dem Balkan. Immer noch nicht? Kein Wunder. Okra ist für mich ein Geheimtip, eine gesunde Gemüsebeilage aus Äthiopien, die, aufgrund des Sklavenhandels ihren festen Platz in der Küche der Südstaaten ergattert hat. Aus diesem Grund nennt man die kleinen, praktischen Happen auch (laut unserer Bedienung, die uns Ausländern gern erklärte was man umbedingt kosten muss) umgangssprachlich „Sklaven Popcorn“. Die politische Korrektheit dieses Begriffes ist allerdings fragwürdig. Außerdem spielt die Okra Schote auch eine wichtige Rolle im kreolischen Gumbo - einem Eintopf mit Schrimps.
Gekostet habe ich die, irgendwie wie eine Mischung aus Fisolen und Kohlsprossen schmeckenden Okraschoten zum ersten Mal im Cracker Barrel, wo sie als eine der vielen Beilagen (Sides) angeboten werden. Roh, sehen die grünen Früchte irgendwie aus wie Rettungskapseln antiker Raumschiffe, und obwohl man sie auch so essen kann, werden sie hier warm serviert. Klein geschnitten, mit Maismehl paniert und frittiert. Wirklich sehr, sehr lecker. Obwohl Paul auch hier sagt, dass die meisten Leute dieses Gericht nicht mögen. Gut, dass ich nicht die meisten Leute bin.


Apple Butter und Bisquits

Apfel Butter ist auch eine der wunderbaren Köstlichkeiten die uns das "Cracker Barrel" Restaurant näher gebracht hat. Zu jedem Gericht werden hier nämlich kleine Brötchen serviert. Ein Biskuit (also eine Art sehr fluffiges Milchbrot) und ein Corn-Muffin (ein saurer Muffin aus Maismehl). Die Muffins werden, ganz nach Bread and Butter Manier mit gesalzener Butter gegessen, die Biskuits hingegen, auch wenn die Hauptspeise alles andere als süß ist, mit einem dunkelroten Aufstrich namens Applebutter.

Der Name verwirrt. Butter hat dieser dicke Brotaufstrich nämlich noch nie gesehen. Lediglich langsam, in Cider zerkochte Äpfel, Zucker und Gewürze. Mein erster Gedanke war „Das schmeckt nach Weihnachten“ – und das tut es wirklich.

hugs and kisses

Patricia





Dienstag, 31. Januar 2012

Die Schwierigkeit des Schnitzel-Machens

Nachdem Philipps Arbeitskollege Tony von einem "typisch bayrischen" Restaurant berichtet hat, in dem unter anderem auch „untypisch bayrische“ Currywurst serviert wird, beschloss mein Freund, der, was die österreichische Küche betrifft in meinen Augen ein Spitzenkoch ist, unsere neuen amerikanischen Bekannten zum Essen einzuladen. Und was wäre österreichischer als ein richtiges Wiener Schnitzel mit Petersilkartoffeln?

Die meisten Zutaten gestalteten sich als schwierig, aber nicht unmöglich aufzutreiben. Im Bioladen (von in etwa der Größe eines Interpars) fanden wir unter „Internationale Lebensmittel“ sogar Preiselbeermarmelade von Darbo und da die Amerikaner so und so dazu tendieren ihr Fleisch so dermaßen zu panieren dass man nicht mal mehr schmeckt was man da genau isst, war das Thema „Semmelbrösel“ auch schnell abgehakt. Kalbfleisch dagegen war schwerer aufzutreiben. Der Metzger hatte nur noch 3 (für meinen Geschmack  ziemlich dünne) Kalbschnitzel die wir dann, der Fairness halber und zumindest teilweise, unseren Gästen servierten. Der Rest musste sich mit Schwein begnügen.

Was uns allerdings die größten Probleme bereitete war eine Zutat, ohne die die österreichische Küche keinen Tag überleben würdeButterschmalz. Weder im Bioladen, noch im kleinen gut sortierten Supermarkt oder im, an einen  Baumarkt erinnernden Walmat von der Größe einer Lagerhalle alla Warehouse 13 – kein Butterschmalz. Und was blieb uns dann anderes übrig als es selbst herzustellen?
__________________________________________________________________________________________________________


Eigentlich ist der Vorgang nicht besonders schwer, nur relativ zeitaufwendig. Die einzige Zutat: Butter - massenhaft Butter

Wie die englische Bezeichnung "Clarified Butter" schon verrät, handelt es sich bei Butterschmalz um nichts anderes als geklärte Butter. Es hat ähnliche Eigenschaften wie normales Schmalz wird aber nicht aus Schlachtfett sondern aus Kuhmilch gewonnen - kann daher auch von Vegetariern zum Kochen verwendet werden. (Obwohl die wahrscheinlich kein Schnitzel darin braten werden.)


Und so gehts:





  • Die Butter langsam erwärmen und ca 30-40 Minuten flüssig halten ohne umzurühren (Das Wasser in der Butter verdunstet dadurch)
  • An der Oberfläche bildet sich eine Art Schaum der nach der Kochzeit abgeschöpft wird - das sind die Eiweiß-Anteile
  • Durch das reduzieren auf das Butterreinfett verringert sich die Menge um etwa 1/3
  • Anschließend muss die flüssige Butter nur noch gefiltert werden (hierzu eignet sich Küchenrolle erstaunlicherweise besser als Kaffefilter da dieser zu fein ist)
  • Das tolle an Butterschmalz (abgesehen von der Tatsache dass man es wesentlich mehr erhitzen kann als normale Butter) ist, dass über ein Jahr haltbar bleibt.

hugs and kisses

Patricia