Posts mit dem Label Essen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Essen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 21. Mai 2012

Das Pizza Dilemma


Alles hat ein Ende … Meistens.
Ja, Würste haben Zwei, Ringe haben keins, und falls man sich in der glücklichen Lage befindet eine Zeitmaschine und außerdem 13 Leben zu besitzen, wird man wohl ein anderes Verständnis von Enden haben, als der einfache Mensch, der ich bin. Trotzdem, ich habe wenig Interesse an Würsten (vor allem den geschmacklosen Amerikanischen) und Ringen, und ein Time Lord bin ich leider auch nicht. Daher – alles hat ein Ende … Und dieses hier kommt in 5 Tagen.

Nun will ich in der nächsten Woche, und vielleicht auch noch nach unserer Rückkehr ein paar Eindrücke sammeln und niederschreien. Die Pro’s und Con’s. Jene Dinge die ich vermissen werde, und jene Dinge auf die ich mich wieder freue. Beginnen will ich mit einem Thema dass mir sehr am Herzen … ahm … am Magen liegt:

Pizza

Oder sollte ich besser sagen:  Fleischkuchen. Auch wenn die American Pizza in Europa immer mehr Anhänger findet, ist es doch wahrscheinlicher eine richtig hübsch dünne Pizza mit original italienischem Belag serviert zu bekommen. Prosciutto, Shrimps, richtige Salami und Ruccola. Alles Zutaten die dem Amerikaner bei der Pizza-Zubereitung fremd sind, denn hier kommen nur zwei Sachen auf den Fladen: Massenhaft Käse und eine möchtegern-Salami namens Pepperoni.


Mit Käse meine ich hier nicht die köstlichen südeuropäischen Produkte mit so klingenden Namen wie Mozzarella, Parmesan oder Feta – nein, gelber Cheddar. Am besten noch als Füllung für die Kruste, die ist ja dick genug um noch was reinzustopfen. (Versteht mich nicht falsch, ich mag Cheddar echt gerne, aber auf einer Pizza hat er meiner Meinung nach nichts verloren)


Pepperoni auf der anderen Seite schmeckt weder nach dem namensgebenden Gemüse noch nach Salami sondern eher nach der dunkelrot-pinken Farbe die sie hat – Künstlich und Scharf. Und wenn die Fleischwahl nicht auf Plastikwurst fällt, dann auf Hühnerfleisch. Ja richtig gehört. Warum nicht gleich ein ganzer Schweinsbraten?
Und dabei sind wir hier im sonnigen Süden von den Ungetümen aus dem Norden, die die Bewohner Chicagos gemeinhin Pizza nennen, recht sicher. Meiner Meinung nach handelt es sich um einen Tomaten, Käse, Pepperoni Auflauf in einer Brotschüssel

hugs and kisses
Patricia

Donnerstag, 3. Mai 2012

Root Beer - Angriff auf die Geschmacksknospen


Root Beer – übersetzt „Wurzel Bier“, ist kein Bier im  herkömmlichen Sinne; weswegen wir Weißbier verwöhnten Österreicher und Bayern zuallererst angeekelt das Gesicht verziehen, noch einmal kosten, nur um dann zu beschließen, dass dieser süße, alkoholfreie Soft Drink das Furchtbarste ist, was unsere Geschmacksknospen jemals zu Gesicht bekommen haben.


Die berühmteste Root Beer Marke A&W
Aber wonach schmeckt dieses, soweit ich weiß nur bei US Amerikanern und Kanadiern beliebte, Getränk eigentlich? Früher hauptsächlich aus der Wurzelrinde des Sassafrasbaumes (und vielen anderen Zutaten wie Vanille, Wacholder und Süßholz) gebraut, wird diese wichtigste Zutat heute ausschließlich durch künstliches Aroma ersetzt, da diese Zungenbrecher-Pflanze, auch als Fenchelholz- oder Nelkenzimtbaum bekannt, auf Dauer krebserregend ist. Root Beer ist also, wie so vieles in den USA, unecht. Vielleicht ist das unter anderem auch ein Grund dafür, dass es die braune Brause nie über den Atlantik geschafft hat. Eine andere Theorie besagt allerdings, dass unsere Zahnärzte früher ein Mittel verwendet haben, welches ähnlich schmeckt und wir daher unter einem frühkindlichen Trauma leiden, sobald wir den süß-bitteren Geruch vernehmen.
ein Sassafras Baum

Nebenbei bemerkt. Ist es nicht eigenartig, dass ein ehemals krebserregendes Getränk, genauso wie Coca Cola und Ginger Ale (nicht dass die gesundheitsgefährdend sind), vormals ausschließlich in Apotheken verkauft wurde?

Mir egal, ich find‘s gut. Ja ehrlich. Vielleicht bin ich auch schon zu lange in den USA, denn die ersten paar Male ging es mir wie jedem Menschen mit germanischem Blut. Ich musste es sogar beinahe ausspucken und jetzt wo ich es mir so überlege; gibt es nicht eine Zahnpasta die so schmeckt? Aber dann bin ich auf etwas gestoßen, das den Genuss von Root Beer erheblich steigert, sogar beinahe köstlich macht. Gut, man kann hier nicht pauschal vom Root Beer Genuss sprechen, denn die verschiedenen Hersteller bieten eine größere Vielfalt als österreichische Brauereien.

ROOT BEER FLOAT

Root Beer Float - Nomnom

Ein Float ist grundsätzlich die ungesunde, Amerikanische Variante unseres Eiskaffees. Stadt der braunen Brühe wird die obligatorische Kugel Vanilleeis (in manchen Fällen auch Schokolade ect.) allerdings in einem Glas Soft Drink versenkt, was aufgrund des hohen Kohlensäuregehalts erheblich schäumt und daher auch nicht besonders appetitlich aussieht. Darauf kommt noch ein bisschen Brause und eine schöne Schlagobers Haube, auf die ich aus Gesundheitsgründen verzichtet habe. Ist bei diesem speziellen Getränk aber auch nicht üblich.

Wird nun Root Beer verwendet handelt es sich (logischerweise) um einen Root Beer Float – auch Black Cow, im Falle von Schokoladeneis auch Brown Cow,  genannt.
Interessiert? Kaufen kann man die Rarität unter anderem bei Karstadt und im Internet



hugs and kisses

Patricia 

Sonntag, 15. April 2012

Der Fake im Zuckerkostüm


Zucker der keiner ist… Klingt verdächtig nach Süßstoff oder Stevia. Aber auch das ist falsch gedacht. Echten Rohr- oder Rübenzucker wird man in den hiesigen Backwaren und Süßigkeiten nur finden, wenn man im Bioladen kauft oder die leckeren Gaumenfreuden selbst herstellt. Dasselbe gilt für Softdrinks. Was aber macht die amerikanischen Lebensmittel dann so viel süßer wie es unsere europäischen Gaumen gewöhnt sind? Dass man in ein Hefeprodukt wie Brot etwas Zucker hineingeben muss, ist jedem Hobbykoch klar, aber dass eine Scheibe Toast eher nach Brioche schmeckt als nach Weißbrot, verwundert dann doch. Ein Blick auf die Zutatenliste der Verpackung wird es einem verraten:

High Fructose Corn Syrup

Jetzt da der Übeltäter auch einen Namen hat, wird schnell klar warum Produkte wie Coca Cola leicht anders schmecken. Warum aber rege ich mich so darüber auf?
Maissirup ist ein Süßmittel, dass beim Großteil der amerikanischen Lebensmittelherstellung verwendet wird. Der Grund dafür ist einfach: Da Mais in den USA zum einen in viel größeren Mengen angebaut und zum anderen subventioniert wird, Zucker aber verzollt werden muss, ist der Corn Syrup einfach billiger. Bei uns in Europa ist es glücklicherweise anders herum (Zucker ist billiger), denn Mais Sirup wird vom Körper schneller in Fett umgewandelt. Jetzt haben wir auch das Geheimnis der Menge an übergewichtigen Menschen in den USA gelüftet.
Im Moment könnten wir allerdings vielleicht „normal“ schmeckendes Cola in den Regalen finden. Denn während des jüdischen Pessach-Festes (7-14.4), auch Passover genannt, wird die „gesündere“ Variante des Getränks importiert, da Maissirup nicht als koscher gilt.

Was genau ist Maissirup?

Ihr habt es sicher schon tausendmal auf angeblich Zucker freien Lebensmitteln, vorallem Limonadem gelesen: „Glucose-Fructose Sirup“, das ist der Corn Syrup von dem ich hier rede. Ein Produkt aus Mais Stärke mit sehr viel höherer Süßkraft als normaler Zucker, der in der Fachwelt als Saccharose bezeichnet wird. Durch die Verminderung des Glucose- und der Vergrößerung des Fructose- Anteils bekommt man viel mehr Süße für die gleiche Menge an Süßstoff.
Immer noch nicht klar? Die aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr hergestellte Saccharose besteht zu je 50% aus Glucose und Fructose in der Form von Zweifachzucker, High Fructose Corn Syrup allerdings hat einen höheren Fructose Anteil und besteht aus Einfachzucker. Das mag jetzt unwichtig und harmlos klingen, ist es aber nicht, denn das ist der Grund, weshalb der menschliche Körper den Fake-Zucker so viel einfacher verarbeiten kann und daher schneller an Gewicht zunimmt. Außerdem wird das notwendige Sättigungsgefühl bei Fructose sehr viel später ausgelöst (hat irgendwas mit Insulin zu tun, bin aber leider weder Chemiker noch Biologe oder sonst was). Na dann mal ein großes Danke an Europa mit seinem richtigen Zucker und der Tatsache, dass wir hier ohnehin viel weniger süßen und vor allem keinen Maissirup in unsere Babynahrung schütten!

Noch eins zum Schluss: Wusstet ihr, dass der durchschnittliche Amerikaner 20% seines täglichen Kalorienbedarfs aus Getränken bezieht? Das wäre früher vielleicht nicht ganz so katastrophal gewesen, aber seitdem die beiden großen Softdrink Hersteller Coca Cola und Pepsi im Jahr 1984 (2 Jahre nach dem Beginn der Einfuhrbeschränkungen für Zucker, so ein Zufall…) aus Geldgründen beschlossen haben die Saccharose in ihrem Sprudel durch Corn Syrup zu ersetzen, sollte man sich doch Gedanken darüber machen, wenn man das nächste Mal einen amerikanischen Supermarkt betritt. Wann hat das mit den übergewichtigen Amerikanern noch mal angefangen? ... Genau!

Hugs and Kisses
Patricia

Donnerstag, 1. März 2012

Frozen Yogurt und ein Früh-Früh Sommer

Wenn die Luft leicht nach Asphalt und gemähtem Gras riecht, wenn man anfängt offene Schuhe zu tragen und ein Aufenthalt am Pool mehr als nur Wunschdenken ist, dann ist der Sommer da. In Österreich. Hier ist es einfach nur März. Ja richtig gehört. Ich sitze an einem hübschen, gusseisernen Tisch am Pool unserer Community und habe mich ob der Hitze sogar in den Schatten verzogen. (nicht nur wegen der lästigen Spiegelungen im Bildschirm) Das Kleid das ich trage, kann man zu Hause nur von Juni bis August außerhalb meines Kleiderschranks antreffen und meine spanischen Leder-Ballerinas freuen sich darüber endlich mal wieder ausgeführt zu werden. Es ist März…und es ist Sommer.


Eingeleitet habe ich diesen schönen Tag mit einem großen Häferl Frozen Yogurt von Yogurt Mountain (klicksi für Homepage), nur ein paar Straßen entfernt und zu Fuß in etwa 20 Minuten zu erreichen. Gefrorenes Joghurt? Ja richtig. Etwas, was wir Provinzler aus dem Innviertel nur aus amerikanischen Fernsehsendungen oder dem gelegentlichen Besuch in der Landeshauptstadt kennen, und dazu noch eine der besten, erfrischenden Delikatessen die es meiner Meinung nach gibt.

Ich zitiere für euch mal, in meine Worte umgewandelt, unseren guten Freund Wikipedia:

Frozen Yogurt ist ein, dem Speiseeis verwandtes Dessert, das hauptsächlich aus Joghurt und Magermilch hergestellt wird. Da keine Sahne verwendet wird, ist der Zucker- und Fettgehalt deutlich niedriger als bei normalen Eiscremes; manche Sorten sind sogar mit dem, für die Amis offensichtlich wichtigen Prädikat „Fat Free“ ausgezeichnet. Frozen Yogurt ist daher die gesündere Alternative und für alle die, so wie ich, Joghurteis über alles lieben, das Großartigste auf der ganzen Welt.
Weil es eben soooo gesund ist (jaja, Zucker is trotzdem drin, keine Angst) hat es, seit seiner Erfindung in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderst, vor allem in den USA eine große Popularität erlangt wo man es auch verpackt in der Tiefkühlabteilung kaufen kann. Dem Plastik Geschmackserlebnis vertraue ich aber nicht, und da unser Yogurt Mountain eh nur ums Eck, und daher näher als der Supermarkt selbst, ist, stellt sich mir die Frage gar nicht.

Wie läuft das also ab, wenn man Frogurt kaufen will?

Zuerst hat man die Wahl zwischen zwei verschieden großen Kartonbechern (6 und 12 Unzen soweit ich mich erinnern kann), so wie man sie bei jeder Eisdiele zu Hause auch bekommt, wenn man sich gegen die grausligen Waffel- oder die köstlichen Buttertüten entscheidet.
Dann kommt die Qual der Wahl, denn obwohl man hier nur zwischen ca. 12 verschiedenen Frozen Yogurt Sorten, die regelmäßig wechseln, wählen kann, gibt es noch unzählige andere Variationen in Form von Toppings und Saucen.
Meine Lieblingskombination ist folgende:

Lemon Tarte Frozen Yogurt (also Zitronen-Topfentorte) / Erdbeeren, Bananen und Cheesecakecrumbles (also Topfentortenkrümel) als Topping / Zitronensauce

Abgesehen von den gesunden Früchten und Keksstücken gibt es aber auch noch viele andere Überraschungen an der Toppings Theke wie bunte Streusel in allen Farben, Nüsse, Smarties, Schokoladenflocken und vieles mehr. Die Saucen gibt es entweder in der herkömmlichen Variante oder einige Sorten wie Karamell, Marshmallow oder Schokolade auch warm. Ich glaube man könnte jeden Tag des Jahres (ja auch eines Schaltjahres wie diesem) ein Frozen Yoghurt essen und würde nie zwei Mal das Selbe im Becher haben.

Gezahlt wird nach Gewicht. Da ich mich meistens für die schwereren Obststücke entscheide, kostet mein Becher mit zwei Fogurt Sorten zwischen 4 und 5 Dollar – also etwas mehr als 3 Euro. Im Vergleich  mit den meisten Eisdielen zu Hause eigentlich ein Schnäppchen.

hugs and kisses

Patricia

Freitag, 10. Februar 2012

der kulinarische Süd-Osten der USA

Jeder, der vor unserer Abreise mit mir gesprochen hat oder hin und wieder diesen Blog besucht, kennt meine irrationale Angst, die körperlichen Ausmaße der durchschnittlichen Amerikaner anzunehmen. Eigentlich habe ich zwar, aufgrund der zusätzlichen Freizeit, das Gefühl mich gesünder zu ernähren, aber wer weiß,was die hier in ihr Essen spritzen. Was mich allerdings total überrascht (und gefreut) hat, ist die Tatsache, dass ich die typische Südstaatenküche, wie sie hier in South Carolina heimisch  ist, absolut fantastisch finde. Das habe ich Großteils Phils Arbeitskollegen Paul zu verdanken. Zwei Mal in der Woche bringt er uns die Gerichte der Gegend näher und die Restaurants in denen diese  Geschmacksknospen - Schulung stattfindet haben so schöne Namen wie
       oder      

Nach ein bisschen Internetrecherche komme ich jetzt aber zum Punkt:

Was sind die spezifischen Merkmale der Südstaatenküche?

Um das zu erklären möchte ich zuerst mal das Gebiet eingrenzen. Die Südstaaten umfassen alle Staaten die sich während des Bürgerkriegs. Mitte des 19. Jahrhunderts zu den „Confederate States of America“ zusammengeschlossen haben: Virgina, North und South Carolina, Georgia, Florida, Tennesee, Alabama,  Mississippi, Arkansas, Louisiana und Texas. Obwohl diese Gegend ja doch sehr groß ist, (an alle die jetzt Google Maps aufmachen: Shame on you!) gibt es nicht so viele kulinarische Unterschiede wie zB. zwischen Österreich und seinen Nachbarländern. Die einzigen wichtigen regionalen Abweichungen betreffen die Tex Mex Küche in Texas (wer hätte das gedacht?) und die kreolischen Einflüsse in Louisiana. Die haben wir aber hier in South Carolina nicht. Was wir aber haben ist „Kentucky Fried Chicken“ und „Coca Cola“ – beides Produkte aus dieser Region.

Obwohl die Amerikaner eher dazu tendieren, Rindfleisch und Huhn zu verspeisen, ist das Schweinefleisch in der Südstaatenküche gut etabliert. Rippchen und Speck, Schinken und Barbeque – alles wichtige Elemente. Doch nicht alles ist furchtbar ungesund. South Carolina ist sogar, nach Florida, der Staat mit der zweitgrößten Pfirsich Ernte in den USA. Gemüse spielt aber eine noch größere Rolle, auch wenn sich die Zubereitung und auch die Gemüsesorten sehr von dem unterscheiden, was wir Österreicher zu unserem Steak servieren. Apropos Steak – die Qualität lässt sich nicht einmal mehr vergleichen. Wer glaubt zu Hause ein gutes Steak gegessen zu haben, wird sich an den Kopf greifen sobald er einmal in "Longhorn Steakhouse" diniert hat. :D

Leider ist es mir nicht möglich alle Gerichte und Themen die mir dazu einfallen gebührend zu behandeln. Aus diesem Grund denke ich, dass es in Zukunft noch einige Blog Artikel zur regionalen Kochkunst geben wird. Heute möchte ich einfach ein paar Produkte und Gerichte vorstellen, die einen großen Eindruck hinterlassen haben.

Die 4 essentiellen Saucen für ein BBQ

Natürlich mussten wir einmal ein richtig Amerikanisches BBQ genießen und welches Restaurant wäre dafür besser geeignet als ein Ort mit dem klingenden Namen „Sticky Fingers“ – Klebrige Finger. Die kriegt man auch wirklich, wenn man die Ripperl in der Art und Weise bestellt, wie sie sein sollten: Am Stück. Dazu werden verschiedene Beilagen (Sides) bestellt, wobei, je nach Gericht, 2 oder 3 inkludiert sind. Man kann aus einer großen Vielfalt von Gemüse, Kartoffelgerichten und sogar den obligatorischen Makkaroni mit Käse wählen. Am Wichtigsten ist allerdings die Auswahl der verwendeten Sauce, die wird nämlich nicht im Nachhinein auf die köstlichen Fleischhappen gekippt sondern schon in der Küche zum Braten verwendet. Hier werden dann die Unterschiede zwischen den Staaten gut erkennbar, denn jede Gegend hat ihren eigenen Stil. Nicht erwähnt wird hier die Zubereitungsart in Kentucky (trocken mit Salz eingerieben) oder Alabama (auf Majonaise basierende Saucen) aber die gehören ja auch gar nicht wirklich zu den Südstaaten.

Folgende Sorten stehen zur Auswahl:

Memphis Original (Tomatenbasis – die “typische” Barbeque Sauce)
Carolina Classic (Senfbasis – mögen laut Paul nur die Leute aus dieser Gegend... und ich)
Carolina Sweet (mit extra Honig)
Tennessee Whiskey (Der Name sagt alles - ganz und gar nicht mein Geschmack)

Okra

Noch nie gehört? Ich auch nicht. Okra hat aber viele Namen. Etwa Gemüse Eibisch auf Deutsch, Quiabo in Brasilien, Ladyfingers in Südasien und Bamya in den arabischen Ländern und dem Balkan. Immer noch nicht? Kein Wunder. Okra ist für mich ein Geheimtip, eine gesunde Gemüsebeilage aus Äthiopien, die, aufgrund des Sklavenhandels ihren festen Platz in der Küche der Südstaaten ergattert hat. Aus diesem Grund nennt man die kleinen, praktischen Happen auch (laut unserer Bedienung, die uns Ausländern gern erklärte was man umbedingt kosten muss) umgangssprachlich „Sklaven Popcorn“. Die politische Korrektheit dieses Begriffes ist allerdings fragwürdig. Außerdem spielt die Okra Schote auch eine wichtige Rolle im kreolischen Gumbo - einem Eintopf mit Schrimps.
Gekostet habe ich die, irgendwie wie eine Mischung aus Fisolen und Kohlsprossen schmeckenden Okraschoten zum ersten Mal im Cracker Barrel, wo sie als eine der vielen Beilagen (Sides) angeboten werden. Roh, sehen die grünen Früchte irgendwie aus wie Rettungskapseln antiker Raumschiffe, und obwohl man sie auch so essen kann, werden sie hier warm serviert. Klein geschnitten, mit Maismehl paniert und frittiert. Wirklich sehr, sehr lecker. Obwohl Paul auch hier sagt, dass die meisten Leute dieses Gericht nicht mögen. Gut, dass ich nicht die meisten Leute bin.


Apple Butter und Bisquits

Apfel Butter ist auch eine der wunderbaren Köstlichkeiten die uns das "Cracker Barrel" Restaurant näher gebracht hat. Zu jedem Gericht werden hier nämlich kleine Brötchen serviert. Ein Biskuit (also eine Art sehr fluffiges Milchbrot) und ein Corn-Muffin (ein saurer Muffin aus Maismehl). Die Muffins werden, ganz nach Bread and Butter Manier mit gesalzener Butter gegessen, die Biskuits hingegen, auch wenn die Hauptspeise alles andere als süß ist, mit einem dunkelroten Aufstrich namens Applebutter.

Der Name verwirrt. Butter hat dieser dicke Brotaufstrich nämlich noch nie gesehen. Lediglich langsam, in Cider zerkochte Äpfel, Zucker und Gewürze. Mein erster Gedanke war „Das schmeckt nach Weihnachten“ – und das tut es wirklich.

hugs and kisses

Patricia





Donnerstag, 2. Februar 2012

Kulturschock - Essen gehn

Natürlich ist das Thema der Nahrungsaufnahme in dafür vorhergesehenen Lokalitäten in jedem Land anders. Selbst in Nachbarstaaten wie Italien mag man sich hier vor manchem Fauxpas drücken in dem man zuerst das Kapitel „Ja nicht“ im Marco Polo Reiseführer ganz hinten auf der letzten Seite liest. Genauso ist es auch in den USA. Und um zukünftige Besucher dieses Landes vor Überraschungen zu bewahren habe ich hier meine Eindrücke festgehalten

_________________________________________________________________________________________________________

"Hingesetzt werden"

Betritt man ein Restaurant (Ausnahme bilden hier natürlich Fast Food Shops), so klein und unfein es auch wirken mag, begegnet man zu aller erst einem Schild mit der Aufschrift „Wait here to be seated“. Man sollte also am Eingang, wo üblicherweise eine kleine Theke zu finden ist, warten bis ein Kellner oder eine Kellnerin kommt und einem zum Tisch führt. Wahrscheinlich ist das eine in den meisten Gegenden dieses Planeten übliche Gepflogenheit und nur Österreich und Deutschland stechen mit ihrer Unhöflichkeit wieder einmal aus der Masse hervor. Außerdem hat diese Vorgehensweise auch einen entscheidenden Vorteil: Die für den Bereich zuständige Bedienung weiß immer wenn neue Gäste angekommen sind und man läuft nicht Gefahr einfach mal übersehen zu werden.

"Hallo mein Name ist so und so und ich bediene Sie heute"

Für mich eine der eigenartigsten Traditionen an die ich mich immer noch nicht ganz gewöhnt habe. In jedem besseren Restaurant, vergleichbar mit Gugg oder Schüdlbauer in Braunau, ist es üblich, dass sich die Bedienung zuerst vorstellt. Hi, my name is … and I will be your waitress tonight. Please tell me whenever you need something blabla”. Zuallererst verwirrte mich die Unterwürfigkeit der Kellner ungemein, bedenkt man aber mein letztes Kapitel in diesem Blogeintrag, wird alles verständlicher. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl es verdient zu haben so behandelt zu werden. Als Österreicher, aus einem Land wo man froh sein kann, wenn die Bedienung einmal während dem Essen nachfragt ob man noch etwas braucht, ist das zu viel des Guten.

"Strohhalm ist Schick und Eis ist noch besser“

Die ersten Male hatte ich nach dem Essen gehen ziemliche Bauchschmerzen. Schuld daran ist das viele Eis. In den USA ist es normal, ein großes ½ Liter Glas bis zum Rand mit Eiswürfeln zu füllen und dann das bestellte Getränk darüber zu gießen. Wir würden uns in diesem Fall aufregen, schließlich hat man ja für ein ganzes Glas bezahlt und nicht nur für die Zwischenräume, allerdings wird hier auch regelmäßig (und gratis) nachgeschenkt, auch wenn man offensichtlich schon mit dem Essen fertig ist und gar nichts mehr zu Trinken braucht, bzw. noch ein halbes Glas vor sich stehen hat. Eine riesen Verschwendung meiner Meinung nach; hier aber ganz normal.
Aufgrund der Eiswürfel trinken Amerikaner ihre Getränke auch immer mit Strohhalm, selbst snobistisch wirkende Geschäftsleute im Anzug nuckeln an den durchsichtigen Plastikröhrchen die hier, genau wie bei McDonalds zu Hause, immer in einer Papierverpackung verteilt werden. Man gewöhnt sich an alles.

"Salat mit Obst"

Eigentlich kein typisches Thema wenn es ums Essen gehen in den Vereinigten Staaten geht, allerdings hat mich diese bestimmte Sache so begeistert, dass ich hier darüber berichten muss.
Da ich schreckliche Angst habe der allgemein weitverbreiteten Dickleibigkeit hier zum Opfer zu fallen, esse ich meistens nur Salate, die hier in den meisten Fällen mit gegrillten Hühnchenstreifen aber auch anderen Dingen serviert werden. Was bei einigen Hühnchensalaten aber wirklich super ist, ist die Zusammenstellung: Grüner Salat, Tomaten, Gurken ect – Erdbeeren, Trauben, Apfelstücke – Hühnchen – gekrümelter Blaukäse oder Feta – Nüsse - Dressing nach Wahl. Ja, richtig gehört, Salat mit Obst und es ist köstlich!

"Die obligatorischen 15“

Wer in Österreich zwischen 5 und 10 Prozent Trinkgeld gibt ist großzügig. Kein Wunder, bedenkt man die „Freundlichkeit“ der meisten Bedienungen in durchschnittlichen Restaurants. Fährt man nach Italien wird’s schon etwas mehr, man weiß ja, dass die Kellner dort sehr viel weniger verdienen. Genau so, wenn nicht sogar noch schlimmer, ist es hier. Kellner bekommen, wenn überhaupt, nur ein sehr geringes Grundgehalt und leben daher eigentlich nur vom Trinkgeld. Üblich sind hier in etwa 15%, die nach dem Zahlen mit der Kreditkarte noch zusätzlich auf die Rechnung geschrieben werden. Wenn man jetzt also ein großes Geschäftsessen hat und Kunden zum edlen Dinner ausführt (wie es Phil letzte Woche gemacht hat) kommt schnell mal ein Trinkgeld von 70 Dollar zusammen. Was für ein Stundenlohn. Gut, der Typ war offensichtlich Sommelier und hat wahrscheinlich auch eine richtige Ausbildung hinter sich.
 _________________________________________________________________________________________________________


Das war‘s mal soweit über dieses Thema – Ich würde mich über Anregungen zum nächsten „Kulturschock“ – Blog Eintrag freuen.

hugs and kisses

Patricia