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Montag, 21. Mai 2012

Das Pizza Dilemma


Alles hat ein Ende … Meistens.
Ja, Würste haben Zwei, Ringe haben keins, und falls man sich in der glücklichen Lage befindet eine Zeitmaschine und außerdem 13 Leben zu besitzen, wird man wohl ein anderes Verständnis von Enden haben, als der einfache Mensch, der ich bin. Trotzdem, ich habe wenig Interesse an Würsten (vor allem den geschmacklosen Amerikanischen) und Ringen, und ein Time Lord bin ich leider auch nicht. Daher – alles hat ein Ende … Und dieses hier kommt in 5 Tagen.

Nun will ich in der nächsten Woche, und vielleicht auch noch nach unserer Rückkehr ein paar Eindrücke sammeln und niederschreien. Die Pro’s und Con’s. Jene Dinge die ich vermissen werde, und jene Dinge auf die ich mich wieder freue. Beginnen will ich mit einem Thema dass mir sehr am Herzen … ahm … am Magen liegt:

Pizza

Oder sollte ich besser sagen:  Fleischkuchen. Auch wenn die American Pizza in Europa immer mehr Anhänger findet, ist es doch wahrscheinlicher eine richtig hübsch dünne Pizza mit original italienischem Belag serviert zu bekommen. Prosciutto, Shrimps, richtige Salami und Ruccola. Alles Zutaten die dem Amerikaner bei der Pizza-Zubereitung fremd sind, denn hier kommen nur zwei Sachen auf den Fladen: Massenhaft Käse und eine möchtegern-Salami namens Pepperoni.


Mit Käse meine ich hier nicht die köstlichen südeuropäischen Produkte mit so klingenden Namen wie Mozzarella, Parmesan oder Feta – nein, gelber Cheddar. Am besten noch als Füllung für die Kruste, die ist ja dick genug um noch was reinzustopfen. (Versteht mich nicht falsch, ich mag Cheddar echt gerne, aber auf einer Pizza hat er meiner Meinung nach nichts verloren)


Pepperoni auf der anderen Seite schmeckt weder nach dem namensgebenden Gemüse noch nach Salami sondern eher nach der dunkelrot-pinken Farbe die sie hat – Künstlich und Scharf. Und wenn die Fleischwahl nicht auf Plastikwurst fällt, dann auf Hühnerfleisch. Ja richtig gehört. Warum nicht gleich ein ganzer Schweinsbraten?
Und dabei sind wir hier im sonnigen Süden von den Ungetümen aus dem Norden, die die Bewohner Chicagos gemeinhin Pizza nennen, recht sicher. Meiner Meinung nach handelt es sich um einen Tomaten, Käse, Pepperoni Auflauf in einer Brotschüssel

hugs and kisses
Patricia

Sonntag, 15. April 2012

Der Fake im Zuckerkostüm


Zucker der keiner ist… Klingt verdächtig nach Süßstoff oder Stevia. Aber auch das ist falsch gedacht. Echten Rohr- oder Rübenzucker wird man in den hiesigen Backwaren und Süßigkeiten nur finden, wenn man im Bioladen kauft oder die leckeren Gaumenfreuden selbst herstellt. Dasselbe gilt für Softdrinks. Was aber macht die amerikanischen Lebensmittel dann so viel süßer wie es unsere europäischen Gaumen gewöhnt sind? Dass man in ein Hefeprodukt wie Brot etwas Zucker hineingeben muss, ist jedem Hobbykoch klar, aber dass eine Scheibe Toast eher nach Brioche schmeckt als nach Weißbrot, verwundert dann doch. Ein Blick auf die Zutatenliste der Verpackung wird es einem verraten:

High Fructose Corn Syrup

Jetzt da der Übeltäter auch einen Namen hat, wird schnell klar warum Produkte wie Coca Cola leicht anders schmecken. Warum aber rege ich mich so darüber auf?
Maissirup ist ein Süßmittel, dass beim Großteil der amerikanischen Lebensmittelherstellung verwendet wird. Der Grund dafür ist einfach: Da Mais in den USA zum einen in viel größeren Mengen angebaut und zum anderen subventioniert wird, Zucker aber verzollt werden muss, ist der Corn Syrup einfach billiger. Bei uns in Europa ist es glücklicherweise anders herum (Zucker ist billiger), denn Mais Sirup wird vom Körper schneller in Fett umgewandelt. Jetzt haben wir auch das Geheimnis der Menge an übergewichtigen Menschen in den USA gelüftet.
Im Moment könnten wir allerdings vielleicht „normal“ schmeckendes Cola in den Regalen finden. Denn während des jüdischen Pessach-Festes (7-14.4), auch Passover genannt, wird die „gesündere“ Variante des Getränks importiert, da Maissirup nicht als koscher gilt.

Was genau ist Maissirup?

Ihr habt es sicher schon tausendmal auf angeblich Zucker freien Lebensmitteln, vorallem Limonadem gelesen: „Glucose-Fructose Sirup“, das ist der Corn Syrup von dem ich hier rede. Ein Produkt aus Mais Stärke mit sehr viel höherer Süßkraft als normaler Zucker, der in der Fachwelt als Saccharose bezeichnet wird. Durch die Verminderung des Glucose- und der Vergrößerung des Fructose- Anteils bekommt man viel mehr Süße für die gleiche Menge an Süßstoff.
Immer noch nicht klar? Die aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr hergestellte Saccharose besteht zu je 50% aus Glucose und Fructose in der Form von Zweifachzucker, High Fructose Corn Syrup allerdings hat einen höheren Fructose Anteil und besteht aus Einfachzucker. Das mag jetzt unwichtig und harmlos klingen, ist es aber nicht, denn das ist der Grund, weshalb der menschliche Körper den Fake-Zucker so viel einfacher verarbeiten kann und daher schneller an Gewicht zunimmt. Außerdem wird das notwendige Sättigungsgefühl bei Fructose sehr viel später ausgelöst (hat irgendwas mit Insulin zu tun, bin aber leider weder Chemiker noch Biologe oder sonst was). Na dann mal ein großes Danke an Europa mit seinem richtigen Zucker und der Tatsache, dass wir hier ohnehin viel weniger süßen und vor allem keinen Maissirup in unsere Babynahrung schütten!

Noch eins zum Schluss: Wusstet ihr, dass der durchschnittliche Amerikaner 20% seines täglichen Kalorienbedarfs aus Getränken bezieht? Das wäre früher vielleicht nicht ganz so katastrophal gewesen, aber seitdem die beiden großen Softdrink Hersteller Coca Cola und Pepsi im Jahr 1984 (2 Jahre nach dem Beginn der Einfuhrbeschränkungen für Zucker, so ein Zufall…) aus Geldgründen beschlossen haben die Saccharose in ihrem Sprudel durch Corn Syrup zu ersetzen, sollte man sich doch Gedanken darüber machen, wenn man das nächste Mal einen amerikanischen Supermarkt betritt. Wann hat das mit den übergewichtigen Amerikanern noch mal angefangen? ... Genau!

Hugs and Kisses
Patricia

Freitag, 10. Februar 2012

der kulinarische Süd-Osten der USA

Jeder, der vor unserer Abreise mit mir gesprochen hat oder hin und wieder diesen Blog besucht, kennt meine irrationale Angst, die körperlichen Ausmaße der durchschnittlichen Amerikaner anzunehmen. Eigentlich habe ich zwar, aufgrund der zusätzlichen Freizeit, das Gefühl mich gesünder zu ernähren, aber wer weiß,was die hier in ihr Essen spritzen. Was mich allerdings total überrascht (und gefreut) hat, ist die Tatsache, dass ich die typische Südstaatenküche, wie sie hier in South Carolina heimisch  ist, absolut fantastisch finde. Das habe ich Großteils Phils Arbeitskollegen Paul zu verdanken. Zwei Mal in der Woche bringt er uns die Gerichte der Gegend näher und die Restaurants in denen diese  Geschmacksknospen - Schulung stattfindet haben so schöne Namen wie
       oder      

Nach ein bisschen Internetrecherche komme ich jetzt aber zum Punkt:

Was sind die spezifischen Merkmale der Südstaatenküche?

Um das zu erklären möchte ich zuerst mal das Gebiet eingrenzen. Die Südstaaten umfassen alle Staaten die sich während des Bürgerkriegs. Mitte des 19. Jahrhunderts zu den „Confederate States of America“ zusammengeschlossen haben: Virgina, North und South Carolina, Georgia, Florida, Tennesee, Alabama,  Mississippi, Arkansas, Louisiana und Texas. Obwohl diese Gegend ja doch sehr groß ist, (an alle die jetzt Google Maps aufmachen: Shame on you!) gibt es nicht so viele kulinarische Unterschiede wie zB. zwischen Österreich und seinen Nachbarländern. Die einzigen wichtigen regionalen Abweichungen betreffen die Tex Mex Küche in Texas (wer hätte das gedacht?) und die kreolischen Einflüsse in Louisiana. Die haben wir aber hier in South Carolina nicht. Was wir aber haben ist „Kentucky Fried Chicken“ und „Coca Cola“ – beides Produkte aus dieser Region.

Obwohl die Amerikaner eher dazu tendieren, Rindfleisch und Huhn zu verspeisen, ist das Schweinefleisch in der Südstaatenküche gut etabliert. Rippchen und Speck, Schinken und Barbeque – alles wichtige Elemente. Doch nicht alles ist furchtbar ungesund. South Carolina ist sogar, nach Florida, der Staat mit der zweitgrößten Pfirsich Ernte in den USA. Gemüse spielt aber eine noch größere Rolle, auch wenn sich die Zubereitung und auch die Gemüsesorten sehr von dem unterscheiden, was wir Österreicher zu unserem Steak servieren. Apropos Steak – die Qualität lässt sich nicht einmal mehr vergleichen. Wer glaubt zu Hause ein gutes Steak gegessen zu haben, wird sich an den Kopf greifen sobald er einmal in "Longhorn Steakhouse" diniert hat. :D

Leider ist es mir nicht möglich alle Gerichte und Themen die mir dazu einfallen gebührend zu behandeln. Aus diesem Grund denke ich, dass es in Zukunft noch einige Blog Artikel zur regionalen Kochkunst geben wird. Heute möchte ich einfach ein paar Produkte und Gerichte vorstellen, die einen großen Eindruck hinterlassen haben.

Die 4 essentiellen Saucen für ein BBQ

Natürlich mussten wir einmal ein richtig Amerikanisches BBQ genießen und welches Restaurant wäre dafür besser geeignet als ein Ort mit dem klingenden Namen „Sticky Fingers“ – Klebrige Finger. Die kriegt man auch wirklich, wenn man die Ripperl in der Art und Weise bestellt, wie sie sein sollten: Am Stück. Dazu werden verschiedene Beilagen (Sides) bestellt, wobei, je nach Gericht, 2 oder 3 inkludiert sind. Man kann aus einer großen Vielfalt von Gemüse, Kartoffelgerichten und sogar den obligatorischen Makkaroni mit Käse wählen. Am Wichtigsten ist allerdings die Auswahl der verwendeten Sauce, die wird nämlich nicht im Nachhinein auf die köstlichen Fleischhappen gekippt sondern schon in der Küche zum Braten verwendet. Hier werden dann die Unterschiede zwischen den Staaten gut erkennbar, denn jede Gegend hat ihren eigenen Stil. Nicht erwähnt wird hier die Zubereitungsart in Kentucky (trocken mit Salz eingerieben) oder Alabama (auf Majonaise basierende Saucen) aber die gehören ja auch gar nicht wirklich zu den Südstaaten.

Folgende Sorten stehen zur Auswahl:

Memphis Original (Tomatenbasis – die “typische” Barbeque Sauce)
Carolina Classic (Senfbasis – mögen laut Paul nur die Leute aus dieser Gegend... und ich)
Carolina Sweet (mit extra Honig)
Tennessee Whiskey (Der Name sagt alles - ganz und gar nicht mein Geschmack)

Okra

Noch nie gehört? Ich auch nicht. Okra hat aber viele Namen. Etwa Gemüse Eibisch auf Deutsch, Quiabo in Brasilien, Ladyfingers in Südasien und Bamya in den arabischen Ländern und dem Balkan. Immer noch nicht? Kein Wunder. Okra ist für mich ein Geheimtip, eine gesunde Gemüsebeilage aus Äthiopien, die, aufgrund des Sklavenhandels ihren festen Platz in der Küche der Südstaaten ergattert hat. Aus diesem Grund nennt man die kleinen, praktischen Happen auch (laut unserer Bedienung, die uns Ausländern gern erklärte was man umbedingt kosten muss) umgangssprachlich „Sklaven Popcorn“. Die politische Korrektheit dieses Begriffes ist allerdings fragwürdig. Außerdem spielt die Okra Schote auch eine wichtige Rolle im kreolischen Gumbo - einem Eintopf mit Schrimps.
Gekostet habe ich die, irgendwie wie eine Mischung aus Fisolen und Kohlsprossen schmeckenden Okraschoten zum ersten Mal im Cracker Barrel, wo sie als eine der vielen Beilagen (Sides) angeboten werden. Roh, sehen die grünen Früchte irgendwie aus wie Rettungskapseln antiker Raumschiffe, und obwohl man sie auch so essen kann, werden sie hier warm serviert. Klein geschnitten, mit Maismehl paniert und frittiert. Wirklich sehr, sehr lecker. Obwohl Paul auch hier sagt, dass die meisten Leute dieses Gericht nicht mögen. Gut, dass ich nicht die meisten Leute bin.


Apple Butter und Bisquits

Apfel Butter ist auch eine der wunderbaren Köstlichkeiten die uns das "Cracker Barrel" Restaurant näher gebracht hat. Zu jedem Gericht werden hier nämlich kleine Brötchen serviert. Ein Biskuit (also eine Art sehr fluffiges Milchbrot) und ein Corn-Muffin (ein saurer Muffin aus Maismehl). Die Muffins werden, ganz nach Bread and Butter Manier mit gesalzener Butter gegessen, die Biskuits hingegen, auch wenn die Hauptspeise alles andere als süß ist, mit einem dunkelroten Aufstrich namens Applebutter.

Der Name verwirrt. Butter hat dieser dicke Brotaufstrich nämlich noch nie gesehen. Lediglich langsam, in Cider zerkochte Äpfel, Zucker und Gewürze. Mein erster Gedanke war „Das schmeckt nach Weihnachten“ – und das tut es wirklich.

hugs and kisses

Patricia





Dienstag, 31. Januar 2012

Die Schwierigkeit des Schnitzel-Machens

Nachdem Philipps Arbeitskollege Tony von einem "typisch bayrischen" Restaurant berichtet hat, in dem unter anderem auch „untypisch bayrische“ Currywurst serviert wird, beschloss mein Freund, der, was die österreichische Küche betrifft in meinen Augen ein Spitzenkoch ist, unsere neuen amerikanischen Bekannten zum Essen einzuladen. Und was wäre österreichischer als ein richtiges Wiener Schnitzel mit Petersilkartoffeln?

Die meisten Zutaten gestalteten sich als schwierig, aber nicht unmöglich aufzutreiben. Im Bioladen (von in etwa der Größe eines Interpars) fanden wir unter „Internationale Lebensmittel“ sogar Preiselbeermarmelade von Darbo und da die Amerikaner so und so dazu tendieren ihr Fleisch so dermaßen zu panieren dass man nicht mal mehr schmeckt was man da genau isst, war das Thema „Semmelbrösel“ auch schnell abgehakt. Kalbfleisch dagegen war schwerer aufzutreiben. Der Metzger hatte nur noch 3 (für meinen Geschmack  ziemlich dünne) Kalbschnitzel die wir dann, der Fairness halber und zumindest teilweise, unseren Gästen servierten. Der Rest musste sich mit Schwein begnügen.

Was uns allerdings die größten Probleme bereitete war eine Zutat, ohne die die österreichische Küche keinen Tag überleben würdeButterschmalz. Weder im Bioladen, noch im kleinen gut sortierten Supermarkt oder im, an einen  Baumarkt erinnernden Walmat von der Größe einer Lagerhalle alla Warehouse 13 – kein Butterschmalz. Und was blieb uns dann anderes übrig als es selbst herzustellen?
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Eigentlich ist der Vorgang nicht besonders schwer, nur relativ zeitaufwendig. Die einzige Zutat: Butter - massenhaft Butter

Wie die englische Bezeichnung "Clarified Butter" schon verrät, handelt es sich bei Butterschmalz um nichts anderes als geklärte Butter. Es hat ähnliche Eigenschaften wie normales Schmalz wird aber nicht aus Schlachtfett sondern aus Kuhmilch gewonnen - kann daher auch von Vegetariern zum Kochen verwendet werden. (Obwohl die wahrscheinlich kein Schnitzel darin braten werden.)


Und so gehts:





  • Die Butter langsam erwärmen und ca 30-40 Minuten flüssig halten ohne umzurühren (Das Wasser in der Butter verdunstet dadurch)
  • An der Oberfläche bildet sich eine Art Schaum der nach der Kochzeit abgeschöpft wird - das sind die Eiweiß-Anteile
  • Durch das reduzieren auf das Butterreinfett verringert sich die Menge um etwa 1/3
  • Anschließend muss die flüssige Butter nur noch gefiltert werden (hierzu eignet sich Küchenrolle erstaunlicherweise besser als Kaffefilter da dieser zu fein ist)
  • Das tolle an Butterschmalz (abgesehen von der Tatsache dass man es wesentlich mehr erhitzen kann als normale Butter) ist, dass über ein Jahr haltbar bleibt.

hugs and kisses

Patricia